Aktienkurs bricht ein
Mitsubishi will in USA weniger Autos bauen

Nach dem Vollzug einer Kapitalerhöhung ist die Aktie des angeschlagenen japanischen Autobauers Mitsubishi Motors (MMC) auf ein Allzeittief gefallen. Außerdem erwägt Mitsubishi nach einem Absatzeinbruch in den USA, dort künftig weniger Autos zu bauen.

HB TOKIO. Die jährliche Produktionskapazität des Werks in Normal im US-Bundesstaat Illinois könnte um bis zu ein Drittel auf 120 000 Fahrzeuge gesenkt werden, sagte ein MMC-Sprecher am Freitag. Bis September sollen die Planungen dazu abgeschlossen sein. Nach einem Bericht der japanischen Zeitung „Nihon Keizai“ könnten 600 bis 700 von 3000 Beschäftigten dort den Arbeitsplatz verlieren. Mitsubishi hat im Juni in den USA 48 % weniger Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor, nachdem das Unternehmen von seiner großzügigen Finanzierungspolitik abgerückt war und in Japan von einem Skandal um vertuschte Qualitätsmängel erfasst ist.

Die MMC-Aktie fiel am Freitag zwischenzeitlich um 25 % auf 103 Yen und schloss bei 113 Yen. Mit dem Einstieg des Fonds Phoenix und der US-Investmentbank J.P. Morgan hatte der Konzern seine zur Sanierung dringend benötigte Kapitalerhöhung abgeschlossen. Phoenix hatte für die Aktien je 100 Yen bezahlt. Der auf Sanierungsfälle spezialisierte Phoenix-Fonds ist mit 33,3 % der Stimmen nunmehr der größte MMC-Anteilseigner, der Anteil des deutschen Partners Daimler-Chrysler ist auf 24,7 von 37 % gesunken, nachdem er sich nicht an der Kapitalspritze beteiligt hat.

Dafür kann Mitsubishi mit finanzieller Unterstützung durch den japanischen Staat rechnen. Die Regierung teilte mit, MMC falle unter ein Gesetz, das die Steuerlast auf das zugeführte Kapital um umgerechnet vier Mill. € senkt. Mitsubishi erwäge auch, sich bei der staatlichen Entwicklungsbank um niedrigverzinste Kredite zu bemühen, was nach dem Gesetz auch möglich ist, sagte der neue MMC-Chef Yoichiro Okazaki.

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