Aluminium-Hütten in Hamburg und Stade
Gesellschafter beschließen Aus für HAW-Herz

Die wichtigsten Teile des Hamburger Aluminiumwerke (HAW) sollen trotz intensiver Rettungsversuche zum Jahresende geschlossen werden. Darauf haben sich die Eigentümer Norsk Hydro, der US-Konzern Alcoa und die österreichische Amag am Montag verständigt

HB HAMBURG. Geschlossen werden sollen die Elektrolyse und der Anodenbetrieb der HAW. Die Aluminiumschmelze verbraucht extrem viel Energie: Fast 40 % der Produktionskosten entfallen auf Strom. Derzeit zahlen die Aluminiumwerke etwa 70 Mill. Euro jährlich für Strom. Der bisherige Versorger HEW/Vattenfall hatte zuletzt eine Erhöhung des Strompreises auf rund 100 Mill. Euro gefordert

Auch der Standort in Stade soll wegen der hohen Strompreise bis 2006 dicht gemacht werden. Von den Einschnitten sind insgesamt rund 900 Beschäftigte betroffen. Norsk Hydro will die Aluminiumproduktion in seinem größten deutschen Werk in Neuss in Nordrhein-Westfalen konzentrieren.

Der Schließungsbeschluss wird nach HAW-Angaben nicht umgesetzt, sollten sich die wirtschaftlichen Bedingungen deutlich verbessern. Anteilseignern und Aufsichtsgremien lag am Montag ein neues Stromangebot von HEW/Vattenfall vor. Es sieht unter anderem vor, den bestehenden Strom-Liefervertrag um sechs Monate zu verlängern. Zwar würde auf den Versorger dadurch selbst eine Belastung in zweistelliger Millionenhöhe zukommen, im Gegenzug fordert der Versorger aber eine zweijährige Bestandsgarantie für das HAW.

HAW-Geschäftsführer Hans-Christof Wrigge stufte das Angebot zwar als problematisch ein, da die zukünftige Entwicklung der Strompreise nicht absehbar sei. Dennoch wolle das Unternehmen mit HEW verhandeln. Das Management des Werkes solle mit Gesellschaftern, HEW/Vattenfall und der Stadt Hamburg seine „Bemühungen für einen akzeptablen Strompreis“ fortsetzen. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatten Kontakt mit Norsk Hydro aufgenommen, um eine Schließung abzuwenden.

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) warf der Stromwirtschaft unterdessen ein Abkassieren mit „künstlich überhöhten Preisen" vor. Der nicht funktionierende Strommarkt spüle den Erzeugern enorme Gewinne in die Taschen, heißt es in einer Stellungnahme des Essener Interessenverbands der industriellen Energiekunden. In den vergangenen Tagen sei der Strompreis auf ein noch nie gesehenes historisches Hoch gestiegen.

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