Anadarko auf Einkaufstour
Mega-Fusion im US-Energiesektor

Angeheizt von den hohen Energiepreisen greift das Fusionsfieber auf dem Gas- und Ölsektor in den USA weiter um sich: Der texanische Konzern Anadarko Petroleum legte ein Übernahmeangebot für die zwei kleineren Konkurrenten Kerr-McGee und Western Gas Resources von insgesamt mehr als 21 Milliarden Dollar in bar vor.

HB NEW YORK. Die Offerte bewertet die beiden Unternehmen deutlich höher als ihre jüngsten Börsennotierungen. Nach der Ankündigung der Dreier-Hochzeit schnellten die Aktien von Kerr-McGee und Western Gas am Freitag um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Konkret legt Anadarko für Kerr-McGee 16,4 Milliarden Dollar auf den Tisch, was einem Preis pro Aktie von 70,50 Dollar entspricht. Damit liegt das Angebot satte 40 Prozent über dem Börsenkurs von Kerr-McGee vom Donnerstag. Der Konzern ist vor allem in den Bundesstaaten Colorado und Utah sowie im Golf von Mexiko gut aufgestellt. Das Angebot für Western Gas umfasst 4,7 Milliarden Dollar oder 61 Dollar pro Aktie, was sogar einen Aufschlag von 49 Prozent bedeutet. Western Gas betreibt Förderanlagen in Wyoming.

„Ich habe noch nie einen solchen Aufschlag bei einem reinen Bargeld-Angebot gesehen“, sagte Analyst Charles Maxwell von Weedon & Co. Die Höhe dieser „wunderbaren Offerte“ zeige, dass Anadarko die Fusion schnell in trockene Tücher bekommen und andere Interessenten nicht mehr zum Zuge kommen lassen wolle. „Der Sektor schwimmt in Geld und die Expansionsmöglichkeiten sind begrenzt. Wir rechnen also mit weiteren Deals“, teilten die Analysten von UBS mit. Experten rechnen damit, dass zu den nächsten Übernahmekandidaten in den USA Ultra Petroleum, Newfield Exploration und Quicksilver Resources zählen könnten.

Anadarko-Chef James Hackett sieht in dem Zusammenschluss eine Stärkung der Wettbewerbsposition. Zudem werde das Wachstum des Konzerns angekurbelt, sagte Hackett in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Andarko finanziert das Geschäft durch ein Finanzpaket von 24 Milliarden Dollar mit Hilfe der Banken UBS, Credit Suisse und Citigroup. Anadarko übernimmt etwa 2,2 Milliarden an Schulden von den beiden Firmen. Die Fusionen sollen bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein. Mit der Mega-Fusion steigt Anadarko zu einem der größten unabhängigen Energiekonzerne in den USA auf, bleibt aber weiterhin deutlich kleiner als die führenden Unternehmen Exxon Mobil und Chevron. An der Wall Street legten die Aktien von Kerr-McGee mehr als 36 Prozent zu, die Anteilsscheine von Western Gas kletterten sogar um etwa 46 Prozent. Dagegen gaben Anadarko um mehr als sieben Prozent nach.

Noch eine Fusion im US-Energiesektor

Nur wenige Minuten nach der Ankündigung von Anadarko gab die US-Firma Energy Partners die Übernahme des Öl- und Gasunternehmens Stone Energy für 1,4 Milliarden Dollar bekannt. Damit stach der Konzern ein Konkurrenzangebot einer anderen Firma aus.

Die jüngsten Übernahmen reihen sich ein in eine ganze Serie von Fusionen im US-Energiesektor im vergangenen Jahr. Die meisten haben sich dabei in einer Größenordnung wie der des Geschäfts von Energy Partners abgespielt. Allerdings gab es auch einige Groß-Fusionen wie die 34-Milliarden-Dollar-Übernahme von Burlington Resources durch den Öl-Riesen ConocoPhillips und den Kauf Unocals durch Chevron an der Spitze.

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