Analyse
Escada: Pferdchen lauf Galopp

Beim Edelschneider Escada geht eine Ära zu Ende. Nach 28 Jahren tritt zum 1. Februar der Gründer und Vorstandschef Wolfgang Ley ab. Während die Modeszene bedauerte, feiert die Börse seinen designierten Nachfolger, den 39-jährigen Frank Rheinboldt. Das Kursfeuerwerk getreu dem Motto „der Gründer geht – es lebe der Manager“ hat seinen Grund. Ley war kreativer Kopf, kein kühler Konzernstratege.

1978 hatte er gemeinsam mit seiner Frau Margaretha die Marke lanciert. Der Name geht auf ein Pferd namens „Escada“ zurück. Seitdem hatten die Leys ihr Rassepferd zwar letztlich erfolgreich, doch am lockeren Zügel geführt. Zweimal stand Escada bereits am Rand des Abgrunds. Anfang der 90er Jahre rissen Beteiligungen den Konzern tief in die roten Zahlen, zehn Jahre später brachen die Umsätze infolge von Terror und Sars-Epidemie ein.

Das Lehrgeld für die Krisen zahlte der Gründer selbst. Ley hält seit dem Einstieg des Finanzinvestors HMD im Jahr 2003 nur noch zehn Prozent der Aktien. Der Rücktritt des 67-Jährigen war lange erwartet, kam aber in seiner Konsequenz dann doch überraschend. Vom Vorstandsvorsitz geht Ley nicht etwa in den Aufsichtsrat, er zieht sich in den diplomatischen Dienst zurück. Ley macht das, was er am besten kann: Die Marke repräsentieren und neue Talente suchen.

Der neue Chef muss begeistern können wie der alte und zugleich kühler Stratege sein. Sein Händchen für das volatile Modegeschäft hat Rheinboldt, der als 24-Jähriger direkt nach dem Studium und auf persönliche Empfehlung zu Escada kam, bereits mehrfach bewiesen. Sein Meisterstück: Als Vorstandschef der zu Escada gehörenden Primera AG integrierte er die chronisch defizitäre Marke Laurèl.

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