Anleger skeptisch
Das Vertrauen in die Sanierung von Ford wankt

Sinkende Verkaufszahlen trotz höherer Rabatte nähren Zweifel am Erfolg der Sanierungspläne des US-Autoherstellers Ford Motor. Die Zweifel der Anleger spiegelt sich auch im Aktienkurs des weltweit drittgrößten Autokonzerns wider: Trotz einer minimalen Erholung zum Börsenstart am Mittwoch bewegt sich der Kurs auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der Neunziger Jahre.

hof/je FRANKFURT/PORTLAND. Ford widersprach allerdings einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, nach der die anvisierte Rückkehr in die Gewinnzone im Jahr 2008 in Frage steht. Der für das Nordamerika-Geschäft verantwortliche Mark Fields betonte, Ford sei „auf einem guten Weg“, auch wenn der Autohersteller in einigen Bereichen nicht exakt im Zeitplan sei. „Mit unserem Modellangebot sind wir 2007 im Wettbewerb so gut wie noch nie positioniert“, gab er sich zuversichtlich.

Grund für die Zweifel an der Ford-Strategie ist vor allem der deutliche Absatzrückgang bei spritfressenden, aber margenstarken Geländewagen und Pick-ups im ersten Halbjahr. Ford macht der anhaltend hohe Benzinpreis in den USA, aber auch der Erfolg von Modellen der Konkurrenten GM und Toyota zu schaffen.

Jüngst hatte zudem die Ratingagentur Fitch die Bewertung der langfristigen Kreditwürdigkeit von Ford – sie stand bereits auf Ramsch-Status – noch weiter gesenkt. Sie begründete dies damit, dass die vom Konzern geplanten Kostensenkungen nur schwer zu erzielen seien. Die anhaltenden Marktanteilsverluste und das veränderte US-Kaufverhalten verschärften die nach wie vor kritische Situation bei Ford. Die Analysten von Morgan Stanley zeigten sich zudem besorgt darüber, dass Ford seine Rabatte im Mai wieder erhöht hat. Besonders bei den schwer verkäuflichen Benzinfressern legte Ford nach.

Konzernchef Bill Ford hatte An-fang des Jahres angekündigt, der Konzern werde 2008 in Nordamerika mit dem Verkauf von Autos wieder Geld verdienen. Allein im ersten Quartal 2006 muss Ford einen Verlust von 1,2 Mrd. Dollar verkraften, das meiste davon auf dem Heimatmarkt. Fords Sanierungsplan sieht die Schließung von 14 Werken und den Abbau von 30 000 Stellen in Nordamerika bis 2012 vor. Zumindest beim Personalabbau scheint Ford schneller als erwartet voran zu kommen. Statt der erwarteteten 6000 sind wohl 11 000 Beschäftigte bereit, den Konzern mit einer Abfindung zu verlassen. Eine tiefgreifende Sanierung ist vor allem deswegen nötig, weil Ford in den USA seit Jahren an Boden verliert. 2005 sank der Marktanteil auf 17,4 Prozent, 1990 kam noch jedes vierte in den USA verkaufte Auto von Ford.

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