Anteilsverkauf an strategischen Investor
Haselsteiner verschiebt Strabag-Börsengang

Der Börsengang des größten österreichischen Baukonzerns Strabag wird nach Aussage des Mehrheitseigners Hans-Peter Haselsteiner vorerst ausgesetzt.

oli ZÜRICH. „Der Börsengang findet erst einmal nicht statt“, sagte Haselsteiner am Dienstag dem Handelsblatt. Grund sei der Einstieg eines ungenannten russischen Investors. Haselsteiner bestätigte außerdem, dass es um eine Übernahme von 30 Prozent der Anteile geht. Weitere Details zu dem Einstieg will der Strabag-Chef allerdings erst am Mittwoch auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonzferenz bekannt geben. Nach Angaben der österreichischen Tageszeitung wird der Investor die Anteile werde der strategische Investor aus einer Kapitalerhöhung erwerben. Die Entscheidung gegen einen Börsengang kam gestern völlig überraschend.

Der Baukonzern gehört mehrheitlich der Familie von Firmenchef Haselsteiner – sie hält 50 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen. Knapp 50 Prozent besitzt die österreichische Raiffeisen-Gruppe die dieses Paket gemeinsam mit einem Versicherer hält. Zu diesen beiden Aktionärsgruppen wird sich nun ein dritter Investor gesellen. Ursprünglich wollte Haselsteiner das Geld aus dem Börsengang für die weitere Expansion des Baukonzerns in Richtung Osteuropa verwenden.

Die Strabag zählt mit einer Bauleistung von mehr als zehn Mrd. Euro zu den Branchenführern in Europa. Den größten Teil ihres Umsatzes erwirtschaftet sie in Deutschland. Osteuropa und insbesondere Russland gewinnen allerdings zunehmend an Bedeutung und werden nach Einschätzung des Konzernchefs Haselsteiner das Geschäft in Westeuropa bald in den Schatten stellen. Auch in Moskau ist die Strabag aktiv und wirbt auffällig und direkt vor dem Kreml auf großen Plakaten für ihre Dienstleistungen.

Haselsteiner der auch weiter an der Spitze des Konzerns stehen will, dürfte sich nun aus zwei Gründen umentschieden haben: Zum einen stehen die russischen Investoren dafür, dass die weitreichenden Pläne des Konzerns in der ehemaligen Sowjetunion verwirklicht werden können. Bisher hatte Haselsteiner sich nicht um öffentliche Aufträge in dem Land beworben. Grund dafür war unter anderem, dass er sich keinem Korruptionsverdacht aussetzen wollte. Zum anderen dürfte der Großinvestor einen Paketaufschlag für die Anteile in Aussicht gestellt haben, so dass der Verkauf an ihn attraktiver ist als über die Börse.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%