Arbeitgeber stellen neue Forderungen
Fronten bei VW-Tarifgesprächen verhärtet

Das VW-Management und die IG-Metall sind nach sieben Stunden Verhandlungen ohne Ergebnis auseinander gegangen. Damit zeichnen sich jetzt schon die Schwierigkeiten ab, die die Gesprächspartner noch zu überwinden haben.

HB HANNOVER. Bei den Gesprächen über die Sanierung der ertragsschwachen Marke VW zeichnen sich scharfe Auseinandersetzungen ab. Nach fast sieben Stunden Verhandlung sind VW-Management und IG Metall am Montag ohne Annäherung auseinander gegangen. Sie wollen sich am Freitag erneut treffen. IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine berichtete von verhärteten Fronten. „Die Gespräche haben sich verhakt“, sagte er. VW habe den Konflikt mit neuen Forderungen verschärft. Für das Unternehmen sagte Verhandlungsführer Klaus Dierkes: „Wir sind noch sehr weit auseinander.“

VW will vor allem die Wochenarbeitszeit in den sechs westdeutschen Werken von derzeit 28,8 auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich verlängern. Dabei habe VW mit Forderungen nach Pausenkürzungen und unbezahlten Qualifizierungszeiten am Montag noch draufgesattelt, sagte Meine. Die Überlegungen orientieren sich offenbar am Tarifmodell der VW-Tochter Auto 5000 GmbH. Dort sind die Beschäftigten zu zweieinhalb Stunden Weiterbildung pro Woche verpflichtet, bekommen aber nur 50 Prozent dieser Zeit bezahlt.

Die Gewerkschaft drängt auf langfristige Garantien für Jobs und Auslastung der Werke. Solange Volkswagen keine konkreten Zusagen mache, werde sie nicht über Änderungen am Tarifvertrag reden, unterstrich Meine.

Dierkes sprach von einem „schwierigen Verhandlungsprozess“. Es gebe ein Riesenpaket zu beraten. Dabei gehe es darum, zu wettbewerbsfähigen Arbeitskosten zurückzukehren. Dies sei notwendig, damit VW zu Bedingungen wie die Konkurrenz produzieren könne. „Wir müssen die Kosten dahingehend ändern, dass wir in Deutschland wettbewerbsfähig Autos bauen können“, sagte Dierkes.

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