Arbeitnehmer werfen Autobauer "Angriff auf europäisches Sozialmodell" vor
Gewerkschaften kündigen General Motors Kampf an

In die Auseinandersetzung über die Zukunft der beiden europäischen Werke des Automobilbauers General Motors in Rüsselsheim und im schwedischen Trollhättan haben sich die Spitzen der deutschen IG Metall sowie mehrerer schwedischer Gewerkschaften eingeschaltet

HB FRANKFURT. In einer von den Gewerkschaften und dem europäischen Metallgewerkschaftsbund EMB unterzeichneten Erklärung verurteilen die Arbeitnehmerorganisationen das Vorgehen von General Motors Europa als „offenkundigen Angriff auf die Grundprinzipien des europäischen Sozialmodells“ und verlangen den Erhalt beider Werke.

Für den Fall, dass einer der Standorte geschlossen werden sollte, kündigten die Gewerkschaften massive Proteste an. Werksschließungen werde man sich ebenso „entschieden widersetzen“, wie Pressionen des Managements für generell längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, hieß es einer Mitteilung der IG Metall.

Bei der Restrukturierung von General Motors in Europa müsse der 2001 geschlossene Vertrag über Sparprogramm Olympia strikt eingehalten werden. Die Gewerkschaften verlangten zudem eine gerechte Kapazitätsverteilung zwischen den GM-Werken in Europa. Zugleich schlugen sie der Unternehmensleitung vor, eine Rahmenvereinbarung auszuhandeln, die die Interessen der Belegschaften ebenso berücksichtige wie die von GM angestrebte Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt.

Der weltweit größte Autohersteller General Motors schreibt seit Jahren Verluste in Europa und strebt massive Kostensenkung an. GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster hatte während des Autosalons in Paris eine Senkung der Arbeitskosten in Europa um 30 Prozent als bis zum Ende dieses Jahrzehnts als Ziel genannt. Binnen zwei Monaten will GM einen Plan vorlegen, um bestehende Kapazitäten in Europa abzubauen. Dabei seien Werksschließungen eine Option, hatte ein Sprecher der deutschen GM-Tochter Opel gesagt.

Hintergrund des aktuellen Streits mit den Gewerkschaften ist der Plan von GM, die Fahrzeuge der Mittelklasse seiner Marken Opel und Saab von 2008 an nur noch in einem Werk bauen zu lassen. Derzeit werden deshalb das Opel-Werk in Rüsselsheim und der Saab-Standort in Trollhättan auf ihre Tauglichkeit geprüft.

Gleichzeitig verhandeln Betriebsrat und Geschäftsleitung bei Opel zurzeit über Kostensenkungen in den deutschen Werken. In einem über 20 Punkte umfassenden Forderungskatalog schlägt Opel unter anderem die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich vor.

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