Arbeitsgruppen aus Management und Arbeitnehmerseite sollen nun Lösungsmöglichkeiten erarbeiten
Siemens plant Einsparungen in sieben Bereichen

Der Münchener Technologiekonzern Siemens hat konkrete Verlagerungspläne für einzelne Bereiche des Konzerns bestätigt, aber keine konkreten Zahlen genannt. Siemens teilte heute in München lediglich mit, der Konzern plane Einsparungen und Umstrukturierungen in sieben von 14 Unternehmensbereichen. Entsprechende Vorschläge seien Belegschaftsvertretern am Vortag vorgestellt worden. Das Unternehmen wies aber erneut Aussagen der IG Metall zurück, die mehr als 10 000 inländische Arbeitsplätze gefährdet sieht.

HB MÜNCHEN. Konkrete Pläne für die Verlagerung von Stellen bestünden für die Mobilfunksparte ICM, für die Festnetz-Sparte ICN und für die Energieübertragung. Arbeitsgruppen aus Management und Arbeitnehmerseite sollen nun Lösungsmöglichkeiten erarbeiten, hieß es. im Anschluss an eine Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Zudem wolle der Bereich A&D die Fertigung von Flachbaugruppen im Inland auf drei von bislang sieben Standorten konzentrieren. Darüber hinaus sei insbesondere in den Sparten ICN, PTD sowie TS über eine markt- oder technologiebedingte Anpassung von Fertigungskapazitäten mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert worden.

Ein Sprecher wollte zunächst keine konkrete Zahl für die theoretisch insgesamt gefährdeten Arbeitsplätze nennen. „Hier geht es aber nicht um über 10 000 Stellen, die verlagert werden sollen“, bekräftigte er frühere Aussagen.

Im Mobilfunkbereich ICM seien die Kosten an den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt bis zu 30 % teurer als an einem alternativen Fertigungsstandort in Ungarn, teilte Siemens mit. Um diese Lücke zu schließen, seien längere und flexiblere Arbeitszeiten sowie andere Kosten senkende Maßnahmen realisierbar. Durch entsprechende tarifvertragliche Ergänzungen sei es bereits gelungen, über 200 Stellen in Bocholt zu erhalten. Insgesamt waren aber rund 2000 gefährdete Arbeitsplätze im Gespräch gewesen.

Darüber hinaus stünden - wie bereits bekannt - bei der Netzwerksparte ICN sowie im Bereich Energieübertragung PTD weitere Verlagerungen an. Die Zusammenlegung der Flachbaugruppen-Fertigung - mit elektronischen Komponenten bestückte Leiterplatten - könnte nach Worten des Siemens-Sprechers womöglich ohne Arbeitsverluste realisiert werden. „Die Diskussionen im Wirtschaftsausschuss haben gezeigt, dass Kostensenkungen nur ein Teil der Lösung zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland sein können“, erklärte Siemens-Personalvorstand Jürgen Radomski. Wachstum und Innovation seien deshalb wichtig.

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