Arbeitskonflikt in Brasilien
VW sitzt in der Zwickmühle

VW streitet sich mit den brasilianischen Gewerkschaften über den Abbau tausender Arbeitsplätze und die Schließung eines ganzen Werkes. Bis zur Lösung des Konflikts hat die Regierung staatliche Kredite ausgesetzt. Damit soll der Konzern zum Einlenken bewogen werden. Doch VW muss sparen. Der Kampf gegen Gewerkschaften und Regierung ist kaum zu gewinnen.

HB BRASILIEN. Die Aussetzung der Kredite teilten der brasilianische Arbeitsminister Luiz Marinho und der Präsident der staatlichen Nationalbank für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung, Demian Fiocca, nach einem Treffen mit Vertretern der VW-Führung am Montagabend in Brasilia mit.

Man werde die Freigabe eines bereits zugesagten Kredits in Höhe von 497 Mill. Real (etwa 185 Mill. Euro) vom Ausgang der Verhandlungen zwischen der Firmenspitze und den Gewerkschaften abhängig machen, erklärte Fiocca. Das Unternehmen sei auch um Informationen über Investitionspläne gebeten worden, hieß es.

Arbeitsminister Marinho war bis vor kurzem Chef der Metallgewerkschaft im Raum von Sao Paulo und damit für die meisten VW-Arbeiter zuständig. Er sagte, man habe Volkswagen erklärt, dass die Regierung eine Lösung des Arbeitskonflikts erwarte. Allein seit der Amtsübernahme von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva Anfang 2003 erhielt VW staatliche Kredite in Höhe von insgesamt 5,8 Mrd. Real (etwa 2,2 Mrd. Euro).

VW hatte die Auseinandersetzung in der vergangenen Woche noch geschürt, indem das Unternehmen mit der kompletten Schließung des größten brasilianischen Werkes Anchieta gedroht hatte, falls es die Gewerkschaft dem Abbau von 3 570 Arbeitsplätzen in der Fabrik und weiteren Einschnitten nicht zustimmt. In der Fabrik arbeiten zurzeit gut 12 000 Beschäftigte. Im Frühjahr hatte VW angekündigt, rund 6 000 der etwa 22 000 Stellen in Brasilien über die kommenden Jahren zu streichen, um nach hohen Verlusten ab 2007 wieder profitabel arbeiten zu können.

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