Audi-Chef Rupert Stadler
Plötzlich angreifbar

PremiumDer Audi-Chef galt in der Abgasaffäre bislang als unbescholten. Doch die Beurlaubung seines erst zu Jahresbeginn angetretenen Entwicklungsvorstandes Stefan Knirsch belastet nun auch ihn. Stadlers Rolle ist paradox.

München/FrankfurtDas Prozedere ist im Volkswagen-Konzern mittlerweile bekannt. Die Kaskade an Fragen, die ernsten Mienen der Juristen. Die Furcht der Befragten, sich selbst bei reinem Gewissen in Widersprüche zu verwickeln. Die Untersuchung der US-Kanzlei Jones Day macht vor niemanden halt. Auch vor Vorstandschefs nicht. Nun kommt Rupert Stadler an die Reihe. Auch vom Audi-Chef wollen die Ermittler im Auftrag des VW-Aufsichtsrates wissen, seit wann er denn Kenntnis von dem Abgasbetrug hatte, der in der Motorenentwicklung in Ingolstadt 1999 seinen Ausgang nahm. Der Termin sei seit längerem angesetzt gewesen, eine „Routinebefragung“ versichert man im Konzern.

Bisher konnte der 53-jährige...

 
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