Auf Druck von Greenpeace
Nike verbannt Amazonas-Leder

Ein Enthüllungsbericht der Umweltorganisation Greenpeace über kriminelle Methoden brasilianischer Viehwirtschaftsbetriebe zeigt Wirkung. Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat angekündigt, bei seinen Produkten künftig genau darauf zu achten, dass kein Leder von Rindern aus dem Amazonasgebiet verwendet wird. Das US-Unternehmen gab am Mittwochabend entsprechende Richtlinien bekannt.

KÖLN. Ziel der Vorgaben sei, "das Tempo der Entwaldung aufgrund grasender Viehherden zu verringern", teilte Nike mit. Zulieferer sollen künftig den Ursprung ihres Leders mit 100-prozentiger Sicherheit nachweisen können. Sie müssen innerhalb des nächsten Jahres ein entsprechendes Kontrollsystem aufbauen. Nike fordert zudem eine Zertifizierungsinstanz für die brasilianische Fleisch- und Lederindustrie. Der Konzern kündigte an, sich einer Greenpeace-Arbeitsgruppe anzuschließen, die sich mit dem Thema Leder beschäftigt. Bei dieser müssen sich auch alle entsprechenden Zulieferer bis Dezember 2009 angemeldet haben.

Mit der aktuellen Initiative reagiert Nike auf Kritik von Greenpeace. Die Umweltorganisation hatte Anfang Juni einen Bericht veröffentlicht, der die illegale Produktion von Rindsleder am Amazonas aufdeckte, das beispielsweise zu Schuhen verarbeitet werde. "Nike hat ein großes Beispiel gesetzt", sagte nun Lindsey Allen, bei Greenpeace für Kampagnen zum Schutz von Waldgebieten zuständig. Sie rief den deutschen Sportartikelkonzern Adidas samt US-Tochter Reebok dazu auf, diesem Beispiel zu folgen, ebenso den Outdoor-Anbieter Timberland.

Die brasilianische Viehwirtschaft ist laut Greenpeace für 80 Prozent der Urwaldvernichtung im Amazonasbecken verantwortlich. Auf die weltweite Zerstörung von Wäldern gehe ein Fünftel aller Treibhausgas-Emissionen zurück - "mehr als alle Autos, Lastwagen, Züge, Flugzeuge und Schiffe verursachen", heißt es in dem Greenpeace-Bericht.

Drei Jahre lang hat die Organisation nach eigenen Angaben die brasilianische Viehwirtschaft untersucht. Ergebnis: Die drei Unternehmen Bertin, JBS und Marfrig würden im Regenwaldgebiet des Amazonas eine Vielzahl von illegalen Farmen betreiben. Um die Herkunft des Leders zu verschleiern, werde es vor dem Export zu Standorten verschickt, die teilweise Tausende Kilometer entfernt liegen.

Laut Greenpeace-Report sind chinesische Schuhfabriken, die für Nike und Adidas produzieren, Abnehmer von lederverarbeitenden Betrieben, die wiederum direkte Bertin-Kunden sind. Nike teilte mit, dass seine Produkte "mit hoher Sicherheit" kein Amazonas-Leder enthalten. Adidas gab nach Erscheinen des Reports bekannt, dass "Vorlieferanten unserer Lederzulieferer versichert haben, dass sie die Bestimmungen der brasilianischen Regierung zum Schutz der Regenwälder einhalten".

Seite 1:

Nike verbannt Amazonas-Leder

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%