Auf EU-Druck
OMV stoppt feindliche Übernahme der ungarischen MOL

Der österreichische Öl- und Energiekonzern OMV hat auf Druck der EU-Kommission die Übernahmeschlacht um den ungarischen Energiekonzern MOL aufgegeben.

HB WIEN/BUDAPEST/BRÜSSEL. In einer OMV-Erklärung vom Mittwoch in Wien hieß es, das Unternehmen habe sich entschieden, eine am 31. Januar 2008 bei der Europäischen Kommission eingereichte Fusionskontrollanmeldung zurückzunehmen, da diese nach Einschätzung des Unternehmens offenbar keine Chance hatte. Zudem gab OMV einen hohen Gewinn für das erste Halbjahr 2008 bekannt.

Die österreichische OMV ist Mittelosteuropas größter Öl- und Energiekonzern. Zur Entscheidung, die Übernahmebemühungen um die MOL einzustellen, teilte das Unternehmen mit: "Unter den gegebenen Umständen wäre es mit den wirtschaftlichen und strategischen Grundprinzipien von OMV unvereinbar, den Zusammenschluss mit MOL weiter zu verfolgen". Ungarische Medien berichteten am Mittwoch, die EU-Kommission habe zuletzt am 16. Juni ihre Bedenken gegen eine OMV - MOL-Fusion öffentlich geäußert.

Für MOL bedeutet der OMV-Entschluss eine "Anerkennung dessen, dass der jeder rationellen Grundlage entbehrende Plan der OMV" "sehr ernste wettbewerbsrechtliche Sorgen" aufwerfe. Er entbehre "jeder wirtschaftlichen und strategischen Vernunft". MOL kümmere sich mit großer Vorsicht um die Interessen ihrer Teilhaber und prüfe auch "die Möglichkeiten zum Schicksal des in den Händen von OMV befindlichen 20-prozentigen Aktienpakets".

Die Kommission verteidigte in Brüssel ihre Auflagen für eine Übernahme der MOL. "Wir mussten sicherstellen, dass die Verbraucher am Ende dieses Deals nicht Nachteile durch höhere Preise haben", sagte ein Sprecher in Brüssel. Er machte keine näheren Angaben zu den Auflagen, insbesondere nicht zu Informationen über die Forderung nach einem teilweisen Verkauf von Raffinerien.

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