Aufsichtsrat billigt Machbarkeitsstudie
Stahlwerks-Projekt von Thyssen-Krupp kommt voran

Thyssen-Krupp Steel plant in Brasilien ein neues Stahlwerk zu bauen. Diesem Ziel ist der Stahlkonzern dabei am Freitag auch ein Stück näher gekommen. Der Aufsichtsrat billigte die Einleitung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie mit dem Wunschpartner CVRD.

HB KÖLN. Die Machbarkeitsstudie über das gemeinsam mit dem Erzlieferanten Companhia Vale do Rio Doce (CVRD) geplante Projekt solle bis zum nächsten Sommer fertig sein, teilte Thyssen-Krupp Steel am Freitag in Duisburg mit. Bereits am vorigen Mittwoch hatte Thyssen-Krupp-Konzernchef Ekkehard Schulz erklärt, man habe schon grünes Licht für den Kauf eines entsprechenden Grundstückes in der Nähe einer Erzgrube von CVRD gegeben und dafür 50 Mill. € bewilligt.

Stahlchef Ulrich Middelmann hatte das Projekt eines neuen Stahlwerks in einem Niedrigkostenland erstmals Anfang Oktober grob umrissen. Thyssen-Krupp Steel wolle durch Aufbau von Kapazitäten weiter an dem weltweiten Stahlboom teilhaben. Aktuell ist Deutschlands größter Stahlerzeuger mit der Kapazität am Anschlag. In der Branche wird größtenteils damit gerechnet, dass die vor allem durch China ausgelöst große Nachfrage nach Stahl noch eine ganze Weile anhält.

An der Börse geriet die Thyssen-Krupp-Aktie dennoch unter Druck. Mit einem Abschlag von 1,5 % auf 15,95 € zählte sie zu den größten Verlierern im Deutschen Aktienindex (Dax). Händler begründeten den Rückgang mit einer Studie der Investmentgesellschaft Prudential, die den weltweiten Stahlsektor zuvor heruntergestuft hatte.

Für das neue Stahlwerk seien Investitionen von rund 1,3 Mrd. € veranschlagt, teilte Thyssen-Krupp Steel weiter mit. Das neue Werk soll eine Jahreskapazität von 4,4 Mill. Tonnen haben. Der Produktionsstart ist für Mitte 2008 geplant. Derzeit produziert Thyssen-Krupp etwa 17 Mill. Tonnen Stahl im Jahr.

„Das Investment rechnet sich wegen der Kostenvorteile am Standort Brasilien,“ sagte Middelmann. Mit CVRD habe Thyssen-Krupp einen starken Partner gefunden, mit dem der Konzern seine Wachstumsstrategie optimal umsetzen könne, ergänzte er. Vor zwei Tagen hatte Middelmann zudem gesagt, dass ein solches Erweiterungsprojekt in Deutschland schon aus Kostengründen nicht hätte verwirklicht werden können.

CVRD ist neben den australischen Bergbauunternehmen BHP Billiton und Rio Tinto einer der weltgrößten Erzlieferanten. Auch andere große Stahlhersteller, wie der Weltmarktführer Arcelor aus Luxemburg oder Posco aus Korea bemühen sich um eine engere Anbindung an die großen Erzproduzenten.

Am neuen brasilianischen Stahlstandort sollen zwei Hochöfen entstehen sowie ein Stahlwerk mit zwei Konvertern und daran anschließenden Stranggussanlagen. Die Hälfte der dort produzierten Rohstahl-Stücke, so genannte Brammen, soll nach Nord- und Mittelamerika, die andere Hälfte nach Europa transportiert und dort weiterverarbeitet werden. „Es ist billiger, Brammen zu transportieren, als das voluminöse Erz“, erklärte Middelmann.

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