Aufsichtsrat tagt am Donnerstag
Schrempp erhält Rückendeckung der Arbeitnehmer

Der Betriebsrat unterstützt den umstrittenen Daimler-Chef. Eine Ablösung Schrempps wird damit unwahrscheinlicher.

hz/HB FRANKFURT. Der durch die überraschende Kehrtwende bei dem japanischen Partner Mitsubishi Motors unter Druck geratene Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hat Rückendeckung aus dem Aufsichtsrat des Konzerns erhalten. „Am 7. April wurden Entscheidungen zum Vertrag von Herrn Schrempp getroffen. Ich sehe keine Veranlassung, darüber neu zu spekulieren“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Daimler-Chrysler-Betriebsratsvorsitzende Erich Klemm dem Handelsblatt. Damit stellen sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, die knapp die Hälfte des Gremiums bilden, ungeachtet wachsender Kritik demonstrativ hinter den Konzernlenker.

Eine Ablösung von Schrempp durch das Kontrollgremium wird somit unwahrscheinlicher. Schrempps Position sei geschwächt, aber nicht gefährdet, meinte auch Michael Raab, Autoanalyst vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Da Aufsichtsratschef Hilmar Kopper von der Deutschen Bank fest zum Vorstandschef stehe, sei ein Aufstand gegen den Konzernlenker ohne die Zustimmung der Arbeitnehmerbank im Kontrollgremium aussichtslos. Der Aufsichtsrat will am Donnerstag über die Konsequenzen aus dem Rückzug und damit auch über die Zukunft von Schrempp beraten.

Für die Asienstrategie des Konzerns zeichnet sich ein weiterer Rückschlag ab. Der südkoreanische Autokonzern Hyundai Motor, an dem die Stuttgarter 10,5 % halten, will seine Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler lockern. Hyundai wolle mit Daimler künftig lieber auf Basis einzelner Projekte zusammenarbeiten als in einer engen Partnerschaft, teilte Hyundai am Montag mit. Eine Trennung vom Hyundai-Anteil würde knapp 900 Mill. Euro in die Kassen von Daimler-Chrysler spülen.

In Japan ist der Chef von Mitsubishi Motors, Rolf Eckrodt, erwartungsgemäß zurückgetreten. Der 61-Jährige gehe mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand, teilte Mitsubishi mit. Der Vertrag von Eckrodt lief noch bis Ende 2004. Bis zur Klärung der Nachfolge werde Finanzvorstand Keiichiro Hashimoto die Führung übernehmen.

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