Auftausalze gefragt
K+S verdient am langen Winter

Der lange Winter nervt nicht alle: K+S freut sich über den florierenden Verkauf von Auftausalzen. Damit dürfte auch der Umsatz des Düngemittel- und Salzherstellers besser ausfallen als erwartet.
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FrankfurtDer frostige Start ins Jahr 2013 macht den Düngemittel- und Salzkonzern K+S glücklich. Firmenchef Norbert Steiner erwartet dank der winterlichen Verhältnisse im laufenden Jahr einen deutlich höheren Absatz von Auftausalz und geht deshalb auch für den Gesamtkonzern von einer „leichten Erhöhung des Umsatzes und des operativen Ergebnisses aus“. Steiner gab sich damit am Donnerstag optimistischer als von Analysten erwartet. Viele waren davon ausgegangen, dass der K+S-Chef wegen der Eintrübung des Düngemittelmarktes das im November ausgegebene Ziel eines leichten Gewinnanstiegs kassieren würde.

Im vergangenen Jahr ging der Betriebsgewinn (Ebit I) von K+S um elf Prozent auf 809 Millionen Euro zurück, womit der Konzern seine eigenen Ziele verfehlte. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Nachfrage nach Auftausalz 2012 wegen des vergleichsweise milden Winters in Europa und Nordamerika eingebrochen war. Zudem entstand im Rahmen der Flottenerneuerung der Reederei Empremar in Chile, wo K+S Salz abbaut, ein einmaliger Aufwand von elf Millionen Euro.

Der Umsatz des Dax-Konzerns sank im vergangenen Jahr trotz Rückenwinds durch den schwachen Euro um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis dagegen um zehn Prozent auf 640 Millionen Euro, weil K+S beim Verkauf des Stickstoffdüngemittelgeschäfts an den russischen Konkurrenten EuroChem einen Gewinn einfuhr. Das Unternehmen aus Kassel will seine Dividende deshalb um zehn Cent auf 1,40 Euro je Aktie anheben. Bei den Anlegern kam das gut an: Die Aktie von K+S legte vorbörslich rund zwei Prozent zu.

Die wichtigste Sparte von K+S ist das Geschäft mit Kali-Düngemittel, in dem die Preise im Herbst 2012 unter Druck gerieten. Zum Jahreswechsel räumten die großen nordamerikanischen Hersteller dem wichtigen Abnehmerland China einen deutlichen Preisnachlass ein. Da dieser Abschluss Signalwirkung für die gesamte Branche hat, hatten viele Analysten mit einer vorsichtigeren Prognose von K+S gerechnet.

Firmenchef Steiner zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Talfahrt der Düngemittelpreise nach der Einigung mit China gestoppt ist. Er gehe von einem Düngemittel-Absatz auf Vorjahresniveau aus, „allerdings bei einem niedrigeren Durchschnittspreisniveau“, sagte Steiner. Für das kommende Jahr gab sich der Konzernchef ebenfalls zuversichtlich. „Für 2014 sehen wir ebenfalls Chancen für eine leichte Steigerung von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Jahr 2013.“

Die deutlich größeren Konkurrenten Potash aus Kanada und Uralkali aus Russland, die wegen des Preisrückgangs 2012 einen Teil ihrer Minen stilllegten, haben eine moderate Erholung des Düngemittelmarkts 2013 vorhergesagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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