Ausblick 2011
Ekkehard Schulz verlässt Thyssen-Krupp mit Wehmut

Thyssen-Krupp schreibt schwarze Zahlen. Gute Vorzeichen also für den Antritt des künftigen Chefs Heinrich Hiesinger. Dieser hat nun ein klares Bekenntnis zum Stahl abgegeben - angesichts der deutlichen Zuwächse im Stahlgeschäft kein Wunder. Der große Alte von Thyssen-Krupp geht indes mit etwas Wehmut.
  • 0

mur/HB ESSEN. Bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz fand Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz fast wehmütige Worte. Er werde das Geschehn mit mehr Distanz betrachten, aber sein Adrenalin-Spiegel werde immer auf hohem Niveau bleiben, wenn er den Namen Thyssen-Krupp in der Zeitung lese, sagte er. Der 69-Jährige wird mit der Hauptversammlung am 21. Dezember den Vorstandsvorsitz an seinen Nachfolger Heinrich Hiesinger abgeben und in den Aufsichtsrat wechseln.

Ex-Siemens-Manager Hiesinger will das Unternehmen nicht komplett umkrempeln, aber doch einige Eingriffe vornehmen. Derzeit werde an der Strategie gearbeitet, sagte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt bei Thyssen-Krupp. Er betonte, dass die Stahlsparten - Stahl und Edelstahl - wichtige Teile des Konzerns bleiben würden. "Der Konzern steht auf mehreren Standbeinen. Eines davon ist Stahl", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz in Essen. Absehbar ist aber, dass Geschäftsbereiche wie Aufzüge stärker in den Fokus rücken.

Die einzelnen Sparten müssten sich in ihren Märkten behaupten. Er habe vom Aufsichtsrat keine Zielvorgabe für das künftige Umsatzverhältnis von Stahl- und Technologiegeschäft bekommen. Der ehemalige Siemens-Manager tritt Ende Januar die Nachfolge von ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz an. Bis dahin will er sich weiter ein Bild von dem Mischkonzern machen und über die künftige Strategie beraten.

Der bisherige Amtsinhaber hat noch angekündigt, dass ThyssenKrupp in China ein Werk zum Bau von Kurbelwellen aufbauen will. "Wir wollen die Verträge noch im Dezember unterschreiben", sagte Konzernchef Ekkehard Schulz am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Essen. Für das Werk stünden Investitionsmittel von rund 170 Millionen Euro bereit. ThyssenKrupp wolle das Werk alleine bauen, die Kurbelwellen seien für Nutzfahrzeuge bestimmt.

Die Zeichen dafür stehen gut. Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp schreibt nach der Wirtschaftskrise wieder tiefschwarze Zahlen und will noch weiter zulegen. Dank deutlichen Zuwächsen im Stahlgeschäft und Kostensenkungen stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende September) um fünf Prozent auf 43 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte.

Seite 1:

Ekkehard Schulz verlässt Thyssen-Krupp mit Wehmut

Seite 2:

Kommentare zu " Ausblick 2011: Ekkehard Schulz verlässt Thyssen-Krupp mit Wehmut"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%