Ausblick 2012
Deutsche Firmen in den USA kennen keine Krise

Wachstum, Chancen, Riesenmarkt: Deutsche Unternehmen in den USA malen sich das Jahr 2012 rosig aus. Sie bauen auf Verbrauchervertrauen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Und wo steckt die Krise?
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New YorkDie USA sind für viele Unternehmen längst nicht mehr das Land des großen Lächelns: hohe Arbeitslosigkeit, überzogener Staatshaushalt, unsichere Zukunftslage. Doch all diese negativen Aspekte spiegeln sich in den Zahlen der  US-Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen nicht wider.

72 Prozent der Auslandsgesellschaften blicken 2011 laut dem „German American Business Outlook 2012“ nämlich auf gestiegene Umsätze zurück. Und 86 Prozent erwarten für 2012 weiter „moderates bis starkes Wachstum“. Und zwar gegen den Trend: Die Firmen sehen mehr Wachstum auf sich selbst zukommen als auf die Gesamtwirtschaft im Lande. Rund 200 deutsche Firmen in den USA beantworteten die Fragen der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern, die den „Business Outlook”  in Zusammenarbeit mit dem Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Washington und Roland Berger Strategy Consultants vorlegt.

Als Reality Check für die Konjunkturumfrage gilt der Vergleich mit den Daten des Vorjahrs: In etwa wie vorausgesehen hat sich etwa die Rohmaterialsituation verschlechtert – 63 Prozent nennen sie „schlechter“ oder „viel schlechter“. Bei Personalfragen sieht das ganz anders aus.

Dem Bericht zufolge ist bei den meisten Unternehmen umgesetzt worden, was geplant war. So hatten etwa 69 Prozent für 2011 Neueinstellungen vorgesehen, 55 Prozent erhöhten tatsächlich die Zahl ihrer Mitarbeiter. „Wir haben 2010 mehr als 50 neue Mitarbeiter eingestellt“, sagt Russ Wheeler. Der Amerikaner führt rund 250 Mitarbeiter im Werk von Hansgrohe Inc Nordamerika und kann das Unternehmen in wenigen Sätzen so beschreiben, dass man einen Duschkopf kaufen möchte.

Wheeler sieht dabei nicht nur Wachstum, sondern auch Stabilität: „Bei deutschen Firmen in den USA sind Stellenstreichungen weniger wahrscheinlich.“ Er beobachte, dass deutsche Firmen in Krisenzeiten lieber erst einmal anderswo sparten – und dann die Marktvorteile viel schneller nutzen könnten, weil sie das Personal dafür haben, wenn es wieder aufwärts gehe.

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