Auslieferungszentrum auf der Kippe
Unruhe bei Airbus in Hamburg

In drei Tagen tagt der Aufsichtsrat des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Die Gespräche dürften nicht sehr angenehmen werden, denn das Unternehmen hat haufenweise Probleme, vor allem bei seiner Flugzeug-Tochter Airbus. In Hamburg bangt man gar um die Zukunft des Standorts in Finkenwerder.

MÜNCHEN/HAMBURG. In Kreisen des Hamburger Senats, bei Gewerkschaften, Verbänden sowie unter den Airbus-Beschäftigten wird befürchtet, dass der Flugzeugbauer das in Hamburg geplante Auslieferungszentrum für den neuen Riesen-Airbus A 380 an einen anderen Standort verlegt.

„Wir wollen jetzt endlich Klarheit über die Pläne der Airbus-Führung“, sagte Daniel Friedrich von der IG-Metall Küste. Er befürchtet, dass auch Teile der Fertigung des A 380 an den Stammsitz nach Toulouse verlagert werden und dadurch Arbeitsplätze in der Elbmetropole gefährdet sind. Hamburg ist neben Toulouse das Auslieferungszentrum für den Riesenflieger, hier erhalten die Maschinen ihre Inneneinrichtung. Außerdem wird die Frachtversion an der Elbe endmontiert.

Auch die SPD-Fraktion im Hamburger Senat äußert sich besorgt: „Sollte Hamburg das Auslieferungszentrum verlieren, wäre dies der Gau für die Stadt“, sagt ein Fraktionssprecher. Ähnliche Töne schlägt die Naturschutzorganisation Bund an. „Es gibt Indizien, dass Airbus ein zentrales Auslieferungszentrum schafft und das steht in Toulouse“, sagt Manfred Braasch, Bund- Landesgeschäftsführer . Ein Sprecher des Hamburger Senats hielt sich zu den Spekulationen bedeckt. „Dies ist Sache des Unternehmens“.

Kleinere Airbusse nach Hamburg?

Sollte die Auslieferung für die A 380 in Toulouse konzentriert werden, könnte EADS den Hamburger Standort möglicherweise neu ausrichten. In diesem Fall vermuten Branchenkenner, dass das Airbus-Werk in Finkenwerder zum Ausgleich die gesamte Endmontage des kleineren Airbus-Flugzeugs A320 erhält. Es handelt sich hierbei um die Kurzstreckenfamilie im Airbus-Programm.

Airbus wollte die Gerüchte am Dienstag nicht kommentieren und verwies darauf, dass die Analyse des neuen Airbus-Chefs Christian Streiff noch nicht abgeschlossen sei. Dieser hatte erst vergangene Woche die Beschäftigten in einem Mitarbeiterbrief auf Einschnitte vorbereitet. „Natürlich werden wir einen Blick auf die gesamte Organisation werfen, um die notwendigen Verbesserungen zu bestimmen“, schrieb Streiff. Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen worden.

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