außerordentliche Hauptversammlung tagte
FMC-Stammaktionäre nicken Umwandlung in KGaA ab

Die außerordentliche Hauptversammlung der Stammaktionäre des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) hat mit großer Mehrheit die Plänen zur Umwandlung in eine KGaA und der Wandlung der Vorzugs- in Stammaktien gebilligt.

HB FRANKFURT. Die Aktionäre hätten mit 94 Prozent der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien bei einer Zuzahlung von 9,75 Euro je Aktie zugestimmt, teilte FMC am Dienstag auf dem Aktionärstreffen in Frankfurt mit. Der Umwandlung der AG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) hätten 91 Prozent zugestimmt. Auf einer gesonderten Versammlung müssen nun noch die Vorzugsaktionäre anschließend mit mindestens 75 Prozent der Umwandlung ihrer Aktien in Stammaktien zustimmen.

Eine Mehrheit für beide Abstimmungsüunkte galten als sicher, da der Mutterkonzern Fresenius AG 50,76 Prozent der Stammaktien von FMC hält. Nach einem Rechtsformwechsel wäre FMC nach Henkel das zweite Unternehmen im DAX, das eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ist.

Für den Wechsel der Rechtsform ernetete der Vorstand reichlich Kritik von Aktionärsschützern. Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte, dass bei einer solchen Kommanditgesellschaft nicht mehr der Aufsichtsrat den Vorstand berufen könne. „Der Rechtswechsel dient ausschließlich dem Interesse der Mutter Fresenius“, sagte Keitel. „Sie will ihren beherrschenden Einfluss zementieren.“ Markus Hoffmann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bemängelte, dass die Rechtsform der KGaA kompliziert sei und bei ausländischen Investoren erheblicher Klärungsbedarf bestehe. „Dies kann den Aktienkurs negativ beeinflussen“, sagte er.

Vorstandsmitglied Rainer Runte verwies hingegen darauf, dass die im MDax notierte Fresenius AG aufgrund ihrer Stimmenmehrheit schon jetzt in der Hauptversammlung allein über die Besetzung des Aufsichtsrates und damit mittelbar auch des Vorstandes entscheide. Dies werde sie in Zukunft über die geplante Fresenius Medical Care Management AG tun, deren Vorstand die Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft übernehmen solle. Sämtliche Aktien der Management AG würden von Fresenius gehalten.

Zum Punkt der Aktienumwandlung kritisierten die Aktionärsschützer, dass die Inhaber der Vorzugsaktien einen Aufpreis von je 9,75 Euro für die Umwandlung ihrer Aktien in Stammaktien zahlen sollen. Ursprünglich waren es sogar 12,25 Euro gewesen - doch das war selbst für die FMC-Mutter Fresenius AG zuviel, die sich damit der Meinung des britischen Fonds Citadel Equity anschloss und den Aufschlag auf das nun festgelegte Niveau drückte.

FMC-Chef Ben Lipps hatte die Aktienumwandlung auf der Hauptversammlung verteidigt: Die Zusammenlegung von Vorzugs- und Stammaktien werde dem Unternehmen die notwendige finanzielle Flexibilität geben, um künftige Wachstumschancen wahrnehmen zu können. Zudem werde sich die Position von FMC im DAX verbessern. Mit ihren zwei Aktiengattungen galt die seit 1996 gelistete FMC als Wackelkandidat im Index. Experten betrachten eine einheitliche Aktiengattung als Verbesserung der für die Dax-Mitgliedschaft wichtigen Marktkapitalisierung.

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