Autobauer
Betriebsrat: Opel muss GM-Verluste auffangen

Im Ringen um eine Zukunft für Opel hat der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz den Mutterkonzern General Motors (GM) vorgeworfen, im ersten Quartal einen Teil seiner Verluste von 6,0 Milliarden Dollar nach Europa verlagert zu haben. Die Bundesregierung bereitet sich derweil offenbar auf eine baldige Insolvenz von GM vor.

hz/HB DÜSSELDORF. Das am Donnerstag vorgelegte Ergebnis der Europadivision entspreche nicht der realen Wertschöpfung, da die US-Zentrale erneut massiv Verluste aus den USA nach Europa abgeschoben habe, sagte Opel-Gesamtbetriebsrat Klaus Franz dem Handelsblatt. Der schwer angeschlagene US-Autobauer ist im ersten Quartal dieses Jahres im Europageschäft noch tiefer in die Verlustzone gestürzt. Die Europadivision um die deutsche Marke Opel rasselte in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit 2,0 Milliarden Dollar ins Minus. Ein GM-Sprecher wollte sich dazu vor Veröffentlichung der Zahlen nicht äußern.

Verantwortlich für das massive Minus in Europa seien in erster Linie Sonderbelastungen wie die Insolvenz der schwedischen GM-Marke Saab sowie höhere Entwicklungsbelastungen der GM-Tochter GTO aus den USA gewesen, klagte Franz. "GM hat allein Kosten von mehr als 800 Millionen Dollar aus der Insolvenz von Saab komplett in Europa verrechnet", kritisierte der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa. Zusätzlich hätte GM auch noch weltweite Entwicklungsaufwendungen nachträglich mit 400 Millionen Dollar sowie Währungsverluste mit weiteren 400 Millionen Dollar bei der Europadivision abgeladen.

"GM poliert so die eigene Bilanz auf Kosten von Opel und GM Europa auf", beschwerte sich Franz. GM hatte in Europa im vierten Quartal 2008 bereits ein Vorsteuerminus von 1,9 Mrd Dollar ausgewiesen. Im Auftaktquartal 2008 war noch ein kleiner Gewinn von 0,1 Milliarden Dollar erzielt worden. Die Umsätze sanken binnen Jahresfrist kräftig auf 5,3 Milliarden Dollar (rund 4 Mrd Euro) von 9,9 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil von GM Europa mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab sank im Jahresvergleich von 9,6 auf 8,9 Prozent. Das Produktionsvolumen brach um 46 Prozent ein.

Der Gesamtkonzern hat im ersten Quartal 6,0 Milliarden Dollar (4,5 Mrd. Euro) Verlust gemacht. Experten hatten ein noch größeres Minus von sieben Milliarden Dollar erwartet. Dennoch ist es bereits der achte Quartalsverlust in Folge. Ein Jahr zuvor lag das Minus bei rund 3,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz halbierte sich fast auf 22,4 Milliarden Dollar, wie GM am Donnerstag am Sitz in Detroit bekanntgab.

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