Autobauer
Fiat führt jetzt ein Doppelleben

Dem italienischen Traditionsunternehmen droht die Spaltung: Ab dem Jahr 2011 notieren die Autosparte und das Land- und Baumaschinengeschäft von Fiat getrennt an der Börse. Die Anleger freuts: Die Aktien reagieren mit einem Kursanstieg. Doch es gibt auch Risiken.
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MAILAND. Stichtag 3. Januar. Ab dem ersten Montag des neuen Jahres gehen die Fiats getrennte Wege: Fiat Industrial wird separat von dem traditionellen Autogeschäft von Fiat SpA an der Börse notiert. Hier das Land- und Baumaschinen-Geschäft von Iveco und CNH, dort die Autos von Fiat, Lancia, Ferrari, Maserati und ein paar Komponententöchter.

Der Bruch, den die verschiedenen Managements in den vergangenen Jahren als unmöglich abgelehnt haben, wird nun 112 Jahre nach Gründung des Turiner Traditionsunternehmens Wirklichkeit. Angekündigt hat die Zeitenwende der Vorstandsvorsitzende Sergio Marchionne bereits im Frühjahr. Die Zeit der Konglomerate sei vorbei, erklärte er den Schritt. Die lange gepredigten Synergien zwischen Lkws und Stadtflitzern wie dem Fiat 500 waren eben doch nicht so groß wie gewünscht. Eine Lkw-Achse lässt sich nicht auf einen Punto übertragen.

Investoren hatten schon seit Jahren auf eine Abspaltung (Spin-off) der Autosparte gedrängt, um deren potenziellen Wert an der Börse besser auszuschöpfen und um mögliche Allianzen mit anderen Autokonzernen zu erleichtern. Fiat spaltet zwar nicht die Autosparte ab, sondern behält das Autogeschäft und trennt sich von der Industriesparte. Aber das Ergebnis ist mehr oder weniger das gleiche.

Die Börse honoriert die Pläne schon längst. Die Aktie ist von weniger als acht Euro im März auf deutlich mehr als 14 gestiegen. Die Analysten von Goldman Sachs, Morgan Stanley, Barclays und Mediobanca sagen für die beiden Fiat-Aktien Kurse von 17 bis 23 Euro voraus. Mit der Aufspaltung des Unternehmens erhält jeder Fiat-Aktionär jeweils eine Fiat-Industrial-Aktie. Der Nominalwert der Fiat-Aktie liegt bei 3,50 Euro, der von Fiat Industrial bei 1,50 Euro.

Um die zwei Gesellschaften auch optisch zu trennen, haben die Italiener die Graphik-Designer zwei getrennte Logos entwickeln lassen: Fiat kehrt vom Rot zum ursprünglichen Blau mit nach unten gezogenen Lettern zurück und Fiat Industrial legt sich ein blaues Quadrat mit gelbem Schriftzug zu.

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