Autobauer legt Milliardenkredit auf die hohe Kante
Porsche macht Bankgeschäfte im großen Stil

Der Sportwagenhersteller Porsche will aus der Finanzmarktkrise Profit schlagen und hat deshalb eine zehn Mrd. Euro schwere Kreditlinie gezogen. Damit könnte das Unternehmen theoretisch eine Erhöhung seines Anteils an Volkswagen finanzieren.

HB STUTTGART. Porsche habe sich den Kredit zu günstigen Konditionen gesichert und lege das Geld "risikofrei gut verzinslich an", teilte der Stuttgarter Autobauer am Mittwoch mit. Die Anlage werde Porsche einen zusätzlichen Ertrag bringen.

Am Geldmarkt sind die Zinsen seit Vereinbarung der Kreditlinie in Folge der Finanzkrise stark gestiegen, so dass Porsche aus dem dadurch entstandenen Zinsunterschied Kapital schlagen kann. "Porsche ist ein Profiteur der Subprime-Krise", sagte LBBW -Analyst Frank Biller. "Im Prinzip ist das Bankgeschäft, macht aber Sinn."

Zu Details der Anlage des Fremdkapitals wollte Porsche sich nicht äußern. Der Sportwagenhersteller tätigt seit längerem im großen Stil Optionsgeschäfte, um sich günstiger als am Geldmarkt mit Liquidität zu versorgen. Zudem zog Porsche hohe Gewinne aus Optionsgeschäften mit VW -Aktien. Zur Aufstockung des bei knapp 31 Prozent liegenden Anteils an Volkswagen will Porsche den Kredit nicht nutzen. "Dazu wäre ein Beschluss des Aufsichtsrats notwendig, der bislang nicht vorliegt", sagte ein Porsche -Sprecher.

Zur Absicherung des Übernahmeangebots an alle VW -Aktionäre, das Porsche abgeben musste, hatte sich das Unternehmen eine Kreditlinie von mehr als 35 Mrd. Euro gesichert. Nachdem die VW -Aktionäre darauf aber wie von Porsche beabsichtigt kaum eingingen, wurde die Kreditlinie auf zehn Mrd. Euro abgeschmolzen. Nun stand Porsche vor der Frage, die Kreditlinie zu den günstigen Konditionen zu ziehen oder sie mit höheren Zinsen fortzuschreiben.

Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent an Europas größtem Autobauer und hatte mehrfach betont, seinen Anteil aufstocken zu wollen. Auf einen genauen Zeitpunkt hat sich Porsche bisher aber nicht festgelegt.

Der Sportwagenbauer hatte Anfang April 2007 seinen Anteil an VW auf 30,9 Prozent erhöht, was ihn automatisch zu einem Angebot an alle VW -Aktionäre zwang. Porsche zeigte sich bei der Offerte allerdings wenig spendabel. Das Angebot lag deutlich unter dem damals aktuellen Kurs der VW -Aktie. Entsprechend gering war das Interesse der VW -Aktionäre.

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