Autobauer
Opel: GM entscheidet erst nach Weihnachten

Im Konflikt um das geplante Sparpaket bei der deutschen Tochter des angeschlagenen Autobauers GM, Opel, werden sich die Verhandlungen ins nächste Jahr hinziehen. „Weder in Deutschland noch in Europa sind wir soweit, dass wir noch im laufenden Jahr zu Resultaten kommen werden“, sagte Klaus Franz, oberster Arbeitnehmervertreter von GM in Europa, dem Handelsblatt.

FRANKFURT. Wegen der Absatzflaute und Milliardenverlusten will GM in Europa im nächsten Jahr rund 750 Millionen Dollar einsparen. Bei den laufenden Gesprächen geht es nach Betriebsratsangaben um einen ganzen Katalog an Maßnahmen. Dazu gehören eine Nullrunde für die Mitarbeiter, der Wegfall von Bonuszahlungen für Manager, eine Arbeitszeitverkürzung sowie das Zurückholen von ausgelagerten Arbeiten, um Stellen zu sichern. Ein Opel-Sprecher wollte zu dem Zeitplan für die Verhandlungen keine Stellung nehmen.

Die Bundesregierung wird damit ihr Votum über eine Milliarden-Bürgschaft für Opel nicht auf Grundlage eines konkreten neuen Sparplans für die deutsche GM-Tochter treffen können. Die Führung der deutschen GM-Tochtergesellschaft bemüht sich derzeit um eine Milliarden-Bürgschaft von Bund und Ländern, um sich gegen eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns zu wappnen.

GM braucht nach eigenen Angaben noch dieses Jahr vier Milliarden Dollar an staatlicher Hilfe, um das Überleben zu sichern. Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz betonte, er habe das Gefühl, dass die Gespräche mit der Bundesregierung auf gutem Wege seien. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Entscheidung vor Weihnachten angekündigt.

Ein möglicher Verkauf der schwedischen Marke Saab wird nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter allerdings nicht unmittelbar negative Folgen für das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim haben. Dort ist nach bisherigen Plänen nach der Sommerpause 2009 der Bau des neuen Saab-Spitzenmodells 9.5 geplant. „Ich gehe davon aus, dass der nächste Saab 9.5 hier produziert wird“, betonte Franz. „Sollte Saab den Eigentümer wechseln, könnte dies schließlich auch in Auftragsfertigung geschehen.“ GM spricht davon, alle strategischen Optionen für die schwedische Marke zu prüfen und lotet laut Unternehmenskreisen auch neue Partnerschaften für Saab unter anderem mit großen Zulieferern wie Magna aus.

Ein Sprecher des Zulieferers wollte allerdings entsprechende Gespräche nicht bestätigen. Magna baut für Saab bereits das Cabrio 9.3. „Ich gehe davon aus, dass sowohl mit Finanzinvestoren als auch industriellen Partnern bereits erste Gespräche geführt werden“, sagte der stellvertretende Opel-Aufsichtsratschef Franz. Ob ein Zulieferer wie Magna dabei eine größere Rolle spielen könne, müsse sich zeigen. GM-Finanzchef Fritz Henderson hatte jüngst auch eine Schließung von Saab nicht mehr ausgeschlossen.

Die schwedische Regierung hat eine eventuelle Übernahme der Autohersteller Volvo und Saab bereits abgelehnt, aber grundsätzlich Hilfen für die Autoindustrie in dem skandinavischen Land in Aussicht gestellt. Der französische Autobauer Renault winkte für Saab bereits ab. Renault führe mit GM keine Gespräche über die schwedische GM-Tochter, sagte eine Sprecherin.

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