Autobauer
Sportwagenzwerg fährt auf Saab ab

Der unter Zwangsverwaltung gestellte schwedische Autobauer Saab hat Interesse bei einem Käufer geweckt. Die schwedische Edel-Sportwagenschmiede Koenigsegg ist offenbar kurz vor dem Ziel. Ob sie allerdings tatsächlich zum Zuge kommt, hängt auch von Saabs Mutterkonzern General Motors ab. Doch dessen Zustimmung allein reicht nicht aus.

STOCKHOLM. Von Null auf 200 in 8,75 Sekunden? Für die unter Zwangsverwaltung stehende schwedische Automarke Saab könnten diese Beschleunigungswerte die Flucht vor dem Zwangsvollstrecker erleichtern. Der Hersteller des mehr als eine Mio. Euro teuren Edel-Sportwagens Koenigsegg CCXR soll der schwer angeschlagenen GM-Tochter Saab Flügel verleihen. Nach nicht bestätigten Meldungen will der kleine schwedische Luxus-Sportwagenhersteller Koenigsegg die deutlich größere GM-Tochter übernehmen.

Weder General Motors, noch Saab oder Koenigsegg wollten die Angaben bestätigen. Doch dass die kleine Edelschmiede aus Ängelholm in Südschweden an Saab interessiert ist, kursiert seit Wochen in den Medien. Und auch Koenigsegg-Hauptaktionär, der norwegische Designer und Finanzmann Bård Eker hat immer wieder sein Interesse an Saab betont. "Es wäre ein Traum, diese Marke zu übernehmen", sagte er zuletzt Ende vergangenen Jahres.

Saab steht seit Anfang dieses Jahres offiziell zum Verkauf. Dem Mutterkonzern GM, der 1990 zunächst mit 50 Prozent bei den Schweden einstieg und zehn Jahre später das Unternehmen vollständig übernahm, gelang es nie, die schwedische Kult-Marke auf die Überholspur zu bringen. Mit zwei Ausnahmen lieferte Saab ausschließlich rote Zahlen nach Detroit. Insgesamt belaufen sich die Verluste der vergangenen 20 Jahre auf rund 20 Mrd. Kronen (1,9 Mrd. Euro) Nachdem der einst größte Autohersteller der Welt selbst massiv ins Schlingern geriet, war der Verkauf verlustbringender Töchter keine Überraschung.

Saab wurde im Februar unter Zwangsverwaltung gestellt. Seitdem bemühen sich die Schweden zusammen mit GM einen Käufer für die Marke zu finden. Saab-Chef Jan-Åke Jonsson gab sich von Beginn an zuversichtlich, schnell einen Interessenten für sein Unternehmen zu gewinnen. Tatsächlich meldeten sich am Hauptsitz von Saab in Trollhättan zunächst 27 Unternehmen, die sich eine Übernahme vorstellen konnten. Obwohl offiziell nie Namen genannt wurden, waren unter den Interessenten Fiat und mindestens zwei chinesische Autohersteller. Schon früh wurde auch der Name Koenigsegg genannt.

Zuletzt gab Zwangsverwalter Guy Lofalk bekannt, dass man die Zahl der möglichen Käufer auf drei reduziert habe. Ob Koenigsegg tatsächlich den Zuschlag erhalten wird, hängt in erster Linie vom amerikanischen Finanzministerium ab, da GM mittlerweile selbst unter Zwangsverwaltung steht und nicht länger allein über den Verkauf von Unternehmensteilen entscheiden darf.

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