Autobauer übernimmt Teile des Unternehmens
Ford will seinen Zulieferer Visteon retten

Der angeschlagene US-Autozulieferer Visteon hat sich mit dem Autobauer Ford auf ein umfangreiches Rettungspaket geeinigt. Dadurch rückt der zweitgrößte US-Autozulieferer zur Kostensenkung wieder näher an seine frühere Konzernmutter heran.

HB NEW YORK. Visteon übertrage rund 20 Fabriken in den USA und vier Standorte in Mexiko an eine von Ford kontrollierte Gesellschaft, teilte der Zulieferer am Mittwoch mit. Außerdem würden 17 400 Leiharbeiter in diesen Fabriken wieder Ford zugeordnet. Der Autokonzern sagte Visteon ferner in größerem Umfang Finanzmittel zu, um fällige Kredite abzulösen und Restrukturierungskosten zu begleichen. Die Vereinbarung löste einen Kurssprung der Visteon-Aktie um zeitweise fast 30 Prozent aus.

Angesichts hoher Verluste hatte Visteon bereits im vergangenen September erklärt, die Verbindungen mit Ford müssten neu strukturiert werden. Im März hatte sich das Unternehmen mit seiner Belegschaft auf ein Paket zur Kostensenkung verständigt, dass auch Zugeständnisse bei den Löhnen enthält.

Visteon ist von der Absatzkrise der US-Autobauer besonders betroffen, da das Geschäft mit Ford bis zu 70 Prozent des eigenen Umsatzes ausmacht. Ford hatte wegen sinkender Absätze ebenso wie Marktführer General Motors die Produktion in mehreren Schritten drosseln müssen. In den ersten drei Monaten hatte Visteon deshalb und wegen hoher Rohstoffkosten einen Verlust von 188 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 20 Millionen im Vorjahreszeitraum erwirtschaftet.

Analysten bewerteten Hilfe durch Ford als Vereinbarung, durch die Visteon wieder unter das Dach des Autobauers rücke. Patrick Juchemich, Branchenexperte des Bankhauses Sal. Oppenheim, sagte: „Angesichts der starken operativen Verflechtung hätte es Ford sich nicht leisten können, Visteon unter Gläubigerschutz gehen zu lassen.“ Das hätte dazu geführt, dass die Preise eingebrochen und die gesamte Branche in Mitleidenschaft geraten wäre. „Den US-Zulieferern steht das Wasser bis zum Hals“, fügte Juchemich hinzu.

Ford sagte Visteon im Rahmen des Rettungspakets einen Kredit über 250 Millionen Dollar zu, mit dessen Hilfe demnächst fällige Anleihen abgelöst werden sollen. Außerdem übernimmt Ford Restrukturierungskosten von Visteon von bis zu 550 Millionen Dollar. Die Aktie des Autozulieferers legte an der New Yorker Börse knapp 23 Prozent auf 7,70 Dollar zu. Das Papier von Ford verlor dagegen gut ein Prozent auf 9,87 Dollar.

Der rechtlich nicht bindenden Abmachung zwischen Ford und Visteon müssen noch die Regulierungsbehörden und die Gewerkschaft zustimmen. Eine abschließende Vereinbarung soll am 1. August unterzeichnet werden.

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