Autobauer
Vom VW-Gewinn bleibt nur ein Fünftel übrig

Die Krise in der Autobranche trifft auch Volkswagen. Zwar verringerten sich im ersten Halbjahr Umsatz, Absatz und Ergebnis. Aber der Konzern schnitt deutlich besser als die Konkurrenten ab und hat seine Marktanteile gesteigert. Anleger reagierten eindeutig auf die Zahlen.

HAMBURG/STUTTGART. Inmitten der Vorbereitungen zur Fusion mit Porsche zeigt sich Volkswagen vergleichsweise robust. Der Wolfsburger Autokonzern erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 1,2 Mrd. Euro, obwohl der Umsatz um 9,4 Prozent einbrach. Unter dem Strich verdiente VW in der ersten Jahreshälfte knapp eine halbe Mrd. Euro und damit rund 80 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern heute mitteilte.

Dennoch kann sich VW die voraussichtlich rund acht Mrd. Euro teure Übernahme Porsches leisten: Im Automobilgeschäft wies der Konzern zum Ablauf des Halbjahres eine Nettoliquidität von mehr als zwölf Mrd. Euro aus. „Die Erhaltung unserer finanziellen Handlungsfähigkeit hat höchste Priorität“, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch zur Vorlage der Quartalszahlen. Pötsch zufolge hat VW mehr als 20 Mrd. Euro an Kreditlinien zur Verfügung, die meisten davon seien nicht ausgeschöpft. Bei der Integration von Porsche sei es oberstes Ziel, das Kreditrating von VW zu erhalten. Details zur geplanten Eingliederung des Sportwagenbauers wollte der Finanzchef nicht nennen. Er zeigte sich aber „zuversichtlich, gemeinsam mit Porsche, die profitabelste und erfolgreichste integrierte Autogruppe zu werden“.

Europas größter Autobauer, der seine Ambitionen auf die Weltspitze im Zweikampf mit dem zuletzt verlustreichen japanischen Rivalen Toyota erneuerte, rückt damit die Verhältnisse zu Porsche zurecht. Der aufgrund von geschickten Optionsgeschäften bei der VW-Übernahme jahrelang sagenhaft profitable Stuttgarter Autokonzern hatte am Mittwoch eine Gewinnwarnung für das heute endende Geschäftsjahr verkündet. Die Dachholding Porsche SE rechnet vor allem wegen nötiger Abwertungen ihrer Optionen auf VW-Aktien mit einem negativen Konzernergebnis vor Steuern von bis zu fünf Mrd. Euro.

VW-Chef Martin Winterkorn vermied erneut einen konkreten Ausblick für seinen Konzern. Die Wolfsburger unterstrichen aber die Erwartung, das Gesamtjahr mit einem Gewinn abzuschließen. Doch auch VW hat Hausaufgaben zu erledigen: Das spanische Sorgenkind Seat schrieb im ersten Halbjahr mit einem Verlust von 160 Mio. Euro erneut rote Zahlen. Die tschechische Tochter Škoda schwächelt: Der Absatz sank um ein gutes Viertel. Die Gesamtverfassung des Konzerns ist aber dennoch robust – nicht zuletzt dank eines starken China-Geschäfts und staatlicher Abwrackprämien.

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