Autobranche
Chinesen rennen VW die Autohäuser ein

Der Autobauer Volkswagen baut seinen Absatz in China kräftig aus - und das ist fast noch untertrieben. Gleich 39 Prozent mehr Autos konnte VW bis zum September dieses Jahres verkaufen. Und das Ende der Fahnenstange ist für die Wolfsburger noch lange nicht erreicht. Mit einer Vertriebsoffensive will Volkswagen weiter profitieren.
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HB PEKING/DÜSSELDORF. Autos von Volkswagen finden in China weiter reißenden Absatz. Von Januar bis September steigerte Europas größter Autobauer die Auslieferungen um 39 Prozent auf 1,48 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern mitteilte. Damit verkauften die Wolfsburger in den ersten neun Monaten des Jahres bereits mehr als im Vorjahr, als VW 1,4 (2008: 1,03) Autos auf Chinas Straßen brachte.

Im nächsten Jahr will VW in der Volksrepublik zwei Millionen Fahrzeuge verkaufen und stockt derzeit seine Kapazitäten vor Ort mit Milliardeninvestitionen auf.

Im Interview mit dem Handelsblatt hatte VW-Vertriebschef Christian Klingler angekündigt, dass die Zahl der Händler von derzeit rund 1 300 in den kommenden Jahren verdoppelt und die Zahl der Mitarbeiter entsprechend von 8.000 auf 160.000 erhöht werden soll. "Wir müssen sicherstellen, dass unsere Kunden zufrieden sind. Beim Verkauf von Neuwagen gelingt uns das schon gut. Der Service muss jetzt nachziehen. Dafür wurden die entsprechenden Aktivitäten gesetzt", hatte Klingler gesagt.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn setzt vor allem auf Wachstum in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien, um den japanischen Weltmarktführer Toyota bis 2018 vom Thron zu stoßen. In den ersten neun Monaten verkaufte VW laut Winterkorn erstmals deutlich mehr als fünf Millionen Autos und profitierte dabei vor allem von Zuwächsen in China und den USA.

Deswegen macht VW in China mächtig Dampf. Winterkorn hat den Bau zweier neuer Werke bereits angekündigt. Im Oktober bringt die Konzerntochter Audi den verlängerten A8 auf den Boom-Markt. China ist längst der größte Markt und Gewinnquelle für VW. Allein im zweiten Quartal konnte Wolfsburg seinen operativen Gewinn in China auf 518 Mio. Euro mehr als verdoppeln. In der ersten Jahreshälfte steigerte VW den Absatz um 46 Prozent auf 950.729 Fahrzeuge. "VW braucht China unbedingt, um seine Geschäftsziele zu erreichen. Im weltgrößten Automarkt erzielt VW deutlich zweistellige Renditen", betont Frank Biller, Autoanalyst der LBBW. Auch andere Analysten weisen auf die extreme Abhängigkeit des Konzerns von China hin. Knickt der Boom einmal ein, wird das VW stärker als andere treffen.

Die genauen Zahlen hat der Konzern bisher noch nicht veröffentlicht. Auch bei Oberklasseautobauern wie Daimler, BMW und Audi lässt die hohe Nachfrage aus China derzeit die Kassen klingeln.

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