Autobranche
Daimler: Neue Investoren aus China

Erst Abu Dhabi, nun vielleicht auch noch China. Der deutsche Autobauer Daimler steht offenbar mit einem chinesischen Staatsfonds vor Gesprächen über eine mögliche Beteiligung. Konzernchef Dieter Zetsche bestätigte dem Handelsblatt, dass er sich mit Regierungsvertretern treffen wird - und schließt einen Einstieg nicht aus.

SCHANGHAI. Der Daimler-Konzern verhandelt mit dem chinesischen Staatsfonds über eine Beteiligung und schließt einen Einstieg beim Stuttgarter Konzern nicht aus. "Wir haben in der Vergangenheit Kontate mit möglichen Investoren aus China gehabt und diese Gespräche sind nicht grundsätzlich abgebrochen", sagte Daimler Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche am Rande der Automesse in Schanghai.

Er bestätigte, dass er am Dienstag in Peking verschiedene Vertreter der chinesischen Regierung treffen wird. Ob er auch mit dem chinesischen Staatsfonds CIC sprechen werde, wollte Zetsche nicht sagen. Mit dem Einstieg des arabischen Staatsfonds IPIC im März sei zunächst das Ziel, die Kapitalbasis des Konzerns zu stärken, erreicht worden.

Der Staatsfonds aus Abu Dhabi war im März im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 1,95 Mrd. Euro bei den Stuttgartern eingestiegen. Nach dem Erwerb der neuen Aktien hält das Golf-Emirat 9,1 Prozent an dem Autokonzern. Zweiter Großaktionär ist das Emirat Kuwait mit 6,9 Prozent. Schon Anfang Februar hatte es am Finanzmarkt das Gerücht gegeben, IPIC wolle bei Daimler einsteigen. Allerdings war damals von einem Anteil von 25 Prozent die Rede gewesen. Daimler hatte das damals nicht kommentieren wollen. Am Autokonzern ist bereits das Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent beteiligt. Daimler hatte 2008 einen Umsatzrückgang um vier Prozent auf 95,9 Mrd. Euro hinnehmen müssen.

Der Chef des chinesische Staatsfonds, Lou Jiwei, hatte am Wochenende angekündigt, man prüfe momentan lohnende Investitionen in Europa. "Wir haben dort viele gute Chancen identifiziert", sagte CIC-Chef Lou Jiwei bei einer Konferenz auf der chinesischen Insel Hainan. "Wir werden auch in Europa einige vorsichtige Investitionen tätigen, in einem angemessenen Umfang", kündigte er an.

Ein Einstieg bei Daimler wäre die erste Industriebeteiligung des chinesischen Staatsfonds, der mit 200 Mrd. Dollar gut ausgestattet und direkt der Regierung in Peking unterstellt ist. Der CIC hatte sich im vergangenen Jahr mit 3 Mrd. Dollar am US-Investor Blackstone und mit 5 Mrd. Dollar an der US-Bank Morgan Stanley beteiligt. Die Investitionen haben in den vergangenen Monaten aber stark an Wert Verloren, der Staatsfonds ist damit in Chinas stark in die Kritik geraten.

Die neuen Investoren aus Abu Dhabi haben mit Daimler eine strategische Kooperation. vereinbart. Gemeinsam sollen unter anderem Fahrzeuge mit Elektroantrieb für die Automobilproduktion entwickelt werden. Zetsche bestätgite, dass der Konzern mit dem chinesischen Batterie- und Elektroautohersteller BYD aus Shenzen mehrfach über eine Zusammenarbeit gesprochen habe.

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