Autobranche
Fiat und Chinesen buhlen weiter um Opel

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, heißt es im Fußball. Und auch die vermeintlich leer ausgegangenen Mitbieter um Opel nehmen es sportlich, dass Magna nun allem Anschein nach zum Zuge kommt. Denn Fiat und der chinesische Rivale BAIC buhlen nach einem Pressebericht weiter um Opel.

HB MÜNCHEN. Sollten die Verhandlungen zwischen der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM) und dem bevorzugten Investor Magna doch noch scheitern, sei man bereit, wieder über einen Einstieg zu reden, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus Fiat-Kreisen. In Regierungskreisen sei dies bestätigt worden.

Demnach gehört auch BAIC weiter zu den Bietern. Das Angebot der Chinesen lasse aber noch viele Fragen offen, hieß es. Eine BAIC-Delegation hatte sich nach Angaben der Zeitung am Dienstag mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums und des Kanzleramts in Berlin getroffen. Ursprünglich hatte auch der US-Finanzinvestor Ripplewood um Opel mitgeboten.

Mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna besteht zwar eine vorläufige Vereinbarung, der Einstieg bei Opel ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Magna selbst hatte am Montag ausdrücklich davor gewarnt, dass die Übernahme noch scheitern könnte.

Die Bundesregierung hatte auf eine schnelle Entscheidung bei Opel gedrängt, um den deutschen Hersteller vor dem Strudel der Insolvenz von General Motors zu bewahren. Der einst unangefochten größte Autobauer der Welt hatte am Montag Insolvenz anmelden müssen. Eine jahrelang verfehlte Modellpolitik und letztlich die Wirtschaftskrise hatten das Unternehmen gegen die Wand fahren lassen. Nun soll GM mehrheitlich verstaatlicht werden und sich geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger dann gesundschrumpfen.

Derweil hat Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster gesagt, dass er mit Opel vor 2013 wieder Gewinn machen will und hat damit dem Investor Magna widersprochen. Forster sagte in einem Interview der „Bild“-Zeitung: „Da ist mein voller Ehrgeiz geweckt, Herrn Stronach das Gegenteil zu beweisen. Wir werden alles daran setzen, schon vor 2013 Gewinn zu machen.“ Magna-Chef Frank Stronach hatte zuvor erklärt, er rechne damit, dass Opel erst in vier Jahren wieder Gewinn mache.

Forster unterstrich, dass der staatliche Überbrückungskredit auf jeden Fall bis zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags Opel reichen werde: „Der Kredit wird mindestens so lange ausreichen, bis die Verträge mit den Investoren unterschrieben sind. Das kann bis zu sechs Monate dauern.“ Fakt sei: Die Geschäfte laufen gut, der Marktanteil steige und vom neuen Modell Insignia seien bereits 120 000 verkauft. Das Risiko einer Pleite sehe er für Opel „derzeit gar nicht“.

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