Autobranche
Fiat und Opel vor Zweckbündnis

Fiat-Chef Sergio Marchionne steht vor seinem nächsten Coup. Nach dem geplanten Einstieg beim US-Autobauer Chrysler will Fiat nun offenbar Opel übernehmen. Das haben der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz bestätigt. Experten halten das für das geringste Übel. Betriebsräte fürchten massive Stellenstreichungen.

RÜSSELSHEIM. Der angeschlagene Autobauer Opel steht vor einer Übernahme durch Fiat. Das hat neben Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz inzwischen auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bestätigt´. Koch sagte weiter, dass neben dem italienischen Fiat-Konzern auch der Autozulieferer Magna an einem Einstieg bei Opel interessiert ist. Es gebe eine Reihe interessanter privater Investoren, sagte Koch in Wiesbaden: "Magna und Fiat reihen sich ein in diese Reihe möglicher Partner."

Derzeit gebe es noch keinerlei Vorentscheidungen, betonte der hessische Ministerpräsident. Es sei gut für die Zukunft von Opel, dass es einen Wettbewerb um den Einstieg bei dem deutschen Autobauer gebe. Die Arbeitnehmer lehnen den Einstieg der Italiener ab.

Fiat strebe keine strategische Partnerschaft an, kritisierte Franz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen wolle lediglich kurzfristig an Bürgschaften kommen. "Fiat hat 14,2 Milliarden Euro Schulden und richtig dicke Liquiditätsprobleme. Die kommen derzeit nicht an Geld", sagte Franz. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte einem möglichen Investor von Opel Ende März staatliche Unterstützung zugesagt.

Opel und Fiat haben eine gemeinsame, aber wenig erfolgreiche Geschichte. GM hatte sich vor neun Jahren mit zehn Prozent an Fiat beteiligt. Anstatt den italienischen Autobauer ganz zu übernehmen, stieg GM Anfang 2005 wieder aus der Allianz aus - gegen eine Zahlung von 1,5 Milliarden Euro.

Noch Mitte April hatte der italienische Automobilhersteller ein Interesse an Opel dementiert. Fiat-Aufsichtsratsvorsitzende Luca Cordero de Montezemolo hatte einen Bericht der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" zurückgewiesen. Diese hatte berichtet, Fiat könnte im Falle eines Scheiterns der Allianz mit dem angeschlagenen US-Autobauer Chrysler nach Opel greifen. Montezemolo zeigte sich verwundert über die Spekulationen und verneinte ein Interesse an der deutschen General-Motors-Tochter. Das Dementi fiel jedoch halbherzig aus. „Sie haben darüber in den Zeitungen geschrieben? Nein, Nein!“, hatte Fiat-Chairman Luca Cordero de Montezemolo Mitte April gesagt.

Sollte Fiat Opel übernehmen, fürchtet Franz einen "dramatischen Abbau von Arbeitsplätzen und Werksschließungen in Deutschland". Die Produktpaletten der Hersteller würden sich komplett überschneiden. Zudem sei Fiat hoch verschuldet. "Wir kennen die Braut", sagte Franz Spiegel-Online.

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