Autobranche
IG Metall: Autokrise kleiner als in USA

Die Krise der Autobauer wird nach Einschätzung der IG Metall in Deutschland vorerst nicht zu so tiefen Einschnitten für die Arbeitnehmer führen wie in den USA. "Jetzt geht es erst mal darum, vorübergehend die Arbeitszeit herunterzufahren und dazu Arbeitszeitkonten zu nutzen, alles andere steht nicht zur Debatte", sagte ein Gewerkschaftssprecher.

HB HAMBURG. Hierzulande haben alle größeren Autohersteller die Produktionspause über Weihnachten verlängert, um nicht auf Halde zu produzieren. Daimler und Opel denken darüber hinaus über Kurzarbeit für mehrere zehntausend Beschäftige nach. Pläne für einen größeren Stellenabbau wie in den USA gibt es laut IG Metall bisher nicht.

Die amerikanische Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW sieht sich zu deutlichen Einschnitten gezwungen, um den schwer angeschlagenen Konzernen GM, Ford und Chrysler zu helfen. Gewerkschaftschef Ron Gettelfinger kündigte an, die UAW werde auf Arbeitsplatzgarantien verzichten und verspätete Zahlungen an den Krankenversicherungsfonds für Rentner akzeptieren. Allein GM will binnen vier Jahren fast ein Drittel seiner 96 000 Stellen in den USA streichen.

Bei der deutschen Tochter Opel seien die Probleme - abgesehen von den Auswirkungen der Krise des Mutterkonzerns General Motors - nicht größer als bei anderen deutschen Herstellern, sagte der IG-Metall-Sprecher. Der Rüsselsheimer Autobauer hat die Bundesregierung um eine Staatsgarantie gebeten, um im Falle einer Insolvenz der amerikanischen Mutter nicht mitgerissen zu werden. Opel hat seine Belegschaft zudem auf harte Einschnitte eingestimmt, um in der Absatzkrise gegenzusteuern. Dazu sollen die Arbeitskosten um mindestens zehn Prozent reduziert werden.

GM will die Produktion des wichtigen Kompaktmodells Astra europaweit zurückfahren und verhandelt mit dem Betriebsrat über kürzere Arbeitszeiten. Davon ist auch das Werk in Bochum betroffen. "Im Gespräch sind entweder der Wegfall der Nachtschicht in Bochum, 70 Tage Kurzarbeit im kommenden Jahr oder eine Reduktion der Wochenarbeitszeit von 35 auf 30 Stunden ohne Lohnausgleich", sagte der Betriebsratschef des Werks, Rainer Einenkel, der "Rheinischen Post".

Auch die Autozulieferer greifen zu Kurzarbeit. Continental reagiert auf die gekürzten Produktionspläne bereits an einigen Standorten mit Kurzarbeit von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Bei Conti-Großaktionär Schaeffler drohen ebenfalls einschneidende Maßnahmen. Bosch schickt wegen der Absatzflaute 3500 Beschäftigte in Bamberg für sechs Monate in Kurzarbeit. Weitere Zulieferer führen laut IG Metall noch Gespräche über Kurzarbeit.

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