Autobranche
Nissan verhagelt Renault die Bilanz

Der Autokonzern Renault hat im ersten Halbjahr den Daimler-Konzern überholt - beim Netto-Verlust. Renault verlor 2,7 Mrd. Euro, Daimler 2,4 Mrd. Euro. Eine Konsequenz, die die Franzosen aus den schlechten Zahlen ziehen.

PARIS. Renault verabschiedet sich vermutlich aus der Oberklasse und will in diesem Marktsegment Wagen seiner koreanischen Tochter Samsung, einem Joint-Venture von Renault mit dem südkoreanischen Elektrokonzern, auf den europäischen Markt bringen.

Operativ verlor der Konzern von Januar bis Ende Juni 620 Mio. Euro und damit rund 200 Mio. Euro weniger als Lokalrivale PSA. Vor allem die Verluste der Tochter Nissan haben Renault das Netto-Ergebnis verhagelt. Auch der Umsatz brach um 24 Prozent ein. Damit liegen beide großen französischen Autokonzerne Lichtjahre vom Volkswagenkonzern entfernt, der trotz Krise operativ 928 Mio. Euro verdient hat (siehe Artikel oben). Immerhin hat Renault im ersten Halbjahr 848 Mio. Euro Cash Flow erwirtschaftet. Obwohl die Zahlen im Rahmen der Analysten-Erwartungen lagen und das Management die Prognose bestätigte, auch im Gesamtjahr einen positiven Cash Flow auszuweisen, verlor die Renault-Aktie gestern mehr als zwei Prozent.

Anders als VW profitierte Renault nicht so stark von den Abwrackprämien, die Regierungen europaweit aufgelegt haben. Als die Politik Anfang 2009 mit ihren Prämien den Autokonzernen zu Hilfe eilten, musste Renault zunächst zuschauen: "Ende vergangenen Jahres hatten wir bereits Produktion und die Vorräte zurückgefahren, daher konnten wir den deutschen Markt zunächst nicht schnell genug beliefern", erklärte Patrick Pélata, die Nummer zwei bei Renault.

Dennoch hat Renault in Deutschland dank der Prämie seinen Marktanteil um 0,7 Punkte auf 5,7 Prozent ausgebaut. In Frankreich verlor Renault dagegen Boden (minus 0,9 Punkte). Das erklärte Pélata damit, dass Renault seine Verkäufe an Leasing-Gesellschaften eingeschränkt habe, damit deren Verkauf von jungen Gebrauchten nicht die Neuwagenpreisen belaste. Weltweit hat Renault seinen Marktanteil bei 3,7 Prozent gehalten.

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