Autobranche
Opel: Briten fürchten deutschen Alleingang

Showdown in Detroit: Heute entscheidet der Verwaltungsrat des US-Autobauers GM, wer den Zuschlag für die Tochter Opel bekommen soll. Unmittelbar davor erhöhen alle Seiten nochmal den Druck. Berlin will finanziell noch etwas drauflegen, wenn ihr Favorit Magna den Zuschlag bekommt. Doch es gibt Widerstand - bei der britischen Regierung.

ink/hz/mm BERLIN. Unmittelbar vor der Entscheidung von General Motors (GM) über den Verkauf der Opel-Tochter erhöht die deutsche Politik den Druck für einen Zuschlag an den Magna-Konzern. Um eine derartige Lösung "technisch" zu erleichtern, bietet die Bundesregierung an, die beabsichtigte Bürgschaft über 4,5 Mrd. Euro nun zunächst alleine zu übernehmen.

Dagegen will Berlin keine Bürgschaft übernehmen, wenn GM den Zuschlag dem Finanzinvestor RHJ erteilen sollte. Der Verwaltungsrat will auf seiner heutigen Sitzung in Detroit über die Angebote der beiden Interessenten für Opel entscheiden. Das Votum gilt als Grundlage für eine Entscheidung der Opel-Treuhand, die den Autobauer seit der Insolvenz von GM verwaltet und den Verkauf letztlich absegnen muss.

Mit dieser Strategie erhöht die Bundesregierung das wirtschaftliche Risiko, das Berlin bei der Opel-Rettung eingeht. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm betonte zwar, dass "es weiter das Ziel ist, gemeinsam mit den Regierungen der anderen europäischen GM-Standorte und den Bundesländern eine Lösung zu finden".

Allerdings gilt es bei einem Zuschlag für Magna keineswegs als sicher, dass die anderen EU-Regierungen mitziehen. Die britische Regierung etwa favorisiert einen RHJ RHJ-Einstieg. würde zwar auch in Großbritannien Personal abbauen, will aber anders als Magna beide Vauxhall-Werke erhalten.

Widersprüchliche Aussagen gibt es, ob das neue deutsche Angebot mit den EU-Partnern in Spanien, Großbritannien und Belgien abgesprochen ist. In der Bundesregierung hieß es, man stehe in einem "engen Kontakt". Ein Eingreifen der EU-Kommission fordert dagegen Paul Newton vom Brancheninstitut Global Insight.

London mahnte eine Entscheidung nach objektiven Kriterien an. Diese müsse "die langfristige Lebensfähigkeit sowohl von Opel als auch von Vauxhall in Großbritannien sicherstellen", sagte Wirtschaftsminister Peter Mandelson in der Nacht zum Freitag. Die Entscheidung "sollte nicht durch politische Erwägungen in irgendeinem Land verzerrt werden", forderte der Minister. Vauxhall mit seinen 5 000 Beschäftigten im Vereinigten Königreich ist die britische Schwestermarke von Opel.

"Die britische Regierung hat den GM-Verwaltungsrat gebeten, die relevanten Interessen in allen europäischen Ländern vollständig zu berücksichtigen, da dies die Entscheidungen aller Mitgliedsstaaten über staatliche Finanzierung und die Genehmigung staatlicher Beihilfen durch die Europäische Kommission bestimmen wird", hieß es in der Erklärung Mandelsons.

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