Autobranche
Russlands Automarkt im tiefen Tal

Kein Wunder, dass es dem neuen Opel-Miteigentümer Gaz so schlecht geht: Der russische Automarkt rutscht immer tiefer in die Krise. Politik und Unternehmer schieben sich nun gegenseitig zu Verantwortung zu.

HB MOSKAU. Der russische Automarkt verliert immer mehr an Boden und ist im Mai um fast 60 Prozent eingebrochen. Die Industrie gab der Regierung in Moskau eine Mitschuld für die anhaltende Absatzkrise. Die Politik habe nicht genug dafür getan, wieder mehr Käufer in die Autohäuser zu locken, kritisierte Martin Jahn, Vize-Präsident des Verbandes europäischer Firmen in Russland (AEB) bei der Präsentation der Zahlen. Jahn forderte von der Regierung, die Anreize für Banken auszuweiten, die Zinsen bei Autokrediten zu senken.

Russland wollte in diesem Jahr ursprünglich zum größten Automarkt Europas avancieren. Das Land könnte auch für den Rüsselsheimer Autobauer Opel künftig eine wichtige Rolle spielen. Zusammen mit dem kanadischen Autozulieferer Magna International bemühen sich der russische Hersteller Gaz und die Sberbank um einen Einstieg bei Opel und wollen dann vor allem in Russland expandieren.

Allerdings herrscht dort bei vielen Verbrauchern seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise große Unsicherheit über die finanzielle Zukunft, so dass der Kauf eines Neuwagens für sie derzeit nicht infrage kommt. Seit vergangenem August haben 3,2 Millionen Russen ihren Arbeitsplatz verloren. In diesem Jahr brach der russische Automarkt um knapp die Hälfte ein. Vor allem Ford Motor, Toyota, Hyundai Motor und die bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) mussten Umsatzeinbußen hinnehmen.

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