Autobranche
Tesla-Chef Musk träumt von Detroit

Während die amerikanische Autoindustrie noch ums Überleben kämpft, weiß Elon Musk bereits, was er mit den Ruinen der großen Drei von Detroit machen will. Der Chef des Elektroauto-Pioniers Tesla erwägt, selbst das ein oder andere Autowerk zu übernehmen. Und das ist nicht die einzige revolutionäre Idee, die Musk auf einer Business-Konferenz des Magazins "Wired" zum Besten gab.

HB DÜSSELDORF. First we take Detroit, than we take the rest of the world - frei nach dieser leicht abgewandelten Liedzeile des Sängers Leonard Cohen denkt Elon Musk über die nächsten Schritte seines Stromautoherstellers Tesla nach. Denn das kalifornische Jungunternehmen mit Sitz im Silicon Valley könnte vorm Griff nach Detroit stehen, zumindest nach einigen Werken der dort ums Überleben kämpfenden Autokonzerne General Motors und Chrysler.

Die wollen sich von einigen ihrer Autofabriken trennen, die Musk wiederum für die Expansion von Tesla offenbar gut gebrauchen kann. Auf der Business-Konferenz Disruptive by Design des Technologiemagazins "Wired" sagte Musk: "Wenn das ganze Schlamassel vorbei ist, würde ich gerne mit demjenigen reden, der dann dort das Kommando hat - dem Autozaren oder wem auch sonst immer - und zu ihm sagen: ,Ich würde gerne ihre Fabriken betreiben, wenn es ihnen nichts ausmacht.`"

Und dann dürften dort wohl nur reine Elektroautos vom Band laufen - von Hybrid-Autos Marke Toyota Prius hält Musk nämlich nichts. Gar nichts. Den Toyota Prius, der inzwischen zu einem regelrechten Synonym für Hybrid-Autos generell geworden ist, bezeichnete Musk als nicht Fisch, nicht Fleisch. Der Prius, so Musk, sei ein fauler Kompromiss, der weder den Fahrspaß eines herkömmlichen Motors noch den eines Stromantriebs biete - und das auch noch mit der doppelten Menge an Bauteilen.

Dass der CEO eines Herstellers von Elektroautos selbige für unausweichlich hält, wie Musk auf der Wired-Konferenz sagte, überrascht indes wenig. Gleiches gilt für die Steuervorschläge des Tesla-Chefs. Musk sprach sich auf der Wired-Konferenz für eine CO2-Steuer aus. Die Spritpreise sollten auf zehn Dollar für eine Gallone (rund 3,8 Liter) steigen, so Musk. Elektroautos wie der Tesla Roadster wären dann fein raus, da sie praktisch kein CO2 ausstoßen - zumindest auf den ersten Blick. Denn was der Tesla-Chef vergaß zu erwähnen: Die Ökobilanz eines Elektroautos hängt vor allem von der Energiequelle ab, mit der der Strom erzeugt wird.

Unabhängig davon stoßen vor allem Musks Pläne für die Übernahme von US-Autowerken etwa im amerikanischen Auto-Blog Jalopnik auf wenig Begeisterung. Tenor der Kommentare: Musk ist ein Träumer, sein 100000 Dollar teurer Roadster tauge nicht zum Retter für abgetakelte Autowerke. Wenn sich die Verfasser da nur nicht täuschen. Der Tesla Roadster galt auch lange als Träumerei. Und bei Tesla stehen alle Zeichen weiter auf Expansion, ganz besonders, was den Vetrieb angeht.

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