Autohersteller
Saab gibt Chinesen den Laufpass

Der Autohersteller Saab kappt zwei Rettungsleinen: Nachdem zwei chinesische Investoren verlauten lassen, dass sie das Unternehmen doch lieber kaufen wollen, lehnt Saab ab. Und geht jetzt noch einen Schritt weiter.
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New York/StockholmDer schwedische Autohersteller Saab hat die Zusammenarbeit mit zwei chinesischen Investoren beendet. Obwohl das Unternehmen schwer angeschlagen ist, teilte Saabs Muttergesellschaft Swedish Automobile (Swan) am Sonntagabend mit, die im Juli eingegangenen Partnerschaftsverträge mit dem Autohersteller Youngman und dem Großhandelsunternehmen Pang Da seien mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Youngman und Pang Da hätten „ihre Bindung an die Vereinbarung nicht bestätigt und die dazugehörigen Transaktionen nicht in Erwägung gezogen“. Ebenso sei kein Überbrückungsgeld geflossen, das am 13. Oktober zwischen den Parteien vereinbart worden sei, um Saab zu finanzieren, während es „nach schwedischem Gesetz reorganisiert“ werde.

Swan berichtete zudem, Pang Da und Youngman hätten am 19. und am 22. Oktober Übernahmeangebote für 100 Prozent der Saab-Aktien gemacht. Die daran geknüpften Bedingungen seien für Swan unannehmbar. Die Diskussionen würden jedoch fortgeführt.

Im westschwedischen Stammwerk Trollhättan steht die Produktion seit einem halben Jahr wegen Geldmangels und hoher Schulden still. Das zugesagte Geld aus China galt als einzige realistische Chance im Kampf gegen die drohende Pleite. Bis Ende dieser Woche muss ein Gericht über den Abbruch des laufenden Sanierungsverfahrens entscheiden.

In Trollhättan sind 3500 Mitarbeiter beschäftigt. Saab wurde Anfang vergangenen Jahres vom US-Konzern General Motors an den sehr kleinen niederländischen Sportwagenherstellers Spyker Cars verkauft.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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