Autoherstellung
Autobranche erhöht die Drehzahl

Bremen und Autos - das war lange Zeit vor allem Mercedes-Benz. Doch auch wenn die Automarke mit dem Stern noch immer das Herzstück der Autobranche im Land Bremen bildet, so hat sich drumherum in den vergangenen Jahren eine vielfältige, leistungsfähige Automobilwirtschaft entwickelt - in Bremerhaven wächst "Europas größte Autowerkstatt".

BREMEN. Mehrere hundert Unternehmen im Land produzieren und liefern inzwischen nahezu alles, was für die Autoherstellung benötigt wird. Und von Bremerhaven aus werden Fahrzeuge in alle Welt verschifft.

Seit fast genau 30 Jahren baut Daimler in Bremen Mercedes-Fahrzeuge - inzwischen auf 1,39 Millionen Quadratmetern. Das entspricht fast 200 Fußballfeldern. Mitte April lief das fünfmillionste Fahrzeug vom Band, für Werksleiter Peter Schabert "eine stolze Leistung und ein Meilenstein in der Geschichte des Werks. Mit gut 13 200 Mitarbeitern ist das Mercedes-Benz-Werk der größte private Arbeitgeber des Stadtstaats. 2007 verließen über 225 000 Fahrzeuge die Produktionsstätte in Bremen-Sebaldsbrück. Neben der C-Klasse als Limousine und Kombi werden die Premium-Baureihen CLK als Coupé und Cabrio sowie SL und SLK gefertigt. "Und im Herbst kommt der neue kleine Geländewagen GLK dazu", freut sich Bremens Wirtschafts- und Häfensenator Ralf Nagel.

Eine derart große Automobilproduktion funktioniert freilich nicht mehr ohne zuverlässige Zulieferfirmen. Und so hat das Mercedes-Werk in den vergangenen Jahren wie ein Magnet weitere Unternehmen nach Bremen gezogen. Die meisten haben sich im Gewerbegebiet Hansalinie angesiedelt. "Mit diesem Gewerbepark haben wir ein leistungsfähiges Areal direkt an der Autobahn A1 geschaffen, das der Zulieferindustrie kurze Wege zum Mercedes-Benz-Werk in Sebaldsbrück ermöglicht", sagt Jutta Zernikow von der Bremer Wirtschaftsförderung BIG. Zernikow schwärmt, wenn sie aufzählt, wer sich dort schon alles niedergelassen hat: vom Stahllieferanten Preymesser über den Sitzhersteller Johnson Controls, den Innenraumverkleider Duramotive bis hin zum Felgenproduzenten Schedl. "Die Branche boomt. Die Unternehmen suchen nach Erweiterungsmöglichkeiten, die wir ihnen hier bieten können", so die Bremer Wirtschaftsförderin. Schenker, die Logistik-Tochter der Bahn, stellt die Teile der insgesamt gut 20 Zulieferer zusammen und liefert sie termingerecht an die Montagebänder in Sebaldsbrück. Weitere bekannte Firmen, die in Bremen fertigen, sind der Autositzproduzent Lear oder der Zulieferer Hella, der hier unter anderem Einparkhilfen, Regensensoren und Scheibenreinigungsanlagen herstellt.

Ein gewichtiger Standortvorteil der Bremer Autoindustrie besteht in der Nähe zu den Seehäfen. So gibt in Bremerhaven die BLG Logistics Group kräftig Gas. Der Logistik-Spezialist betreibt hier Deutschlands größtes Autoterminal. 2007 gingen erstmals mehr als zwei Millionen Fahrzeuge von Bremerhaven aus per Schiff in alle Welt. Auf den Stellflächen ist Platz für 110 000 Fahrzeuge. Und die BLG betreibt hier ein Technikzentrum, das gern als "Europas größte Autowerkstatt" bezeichnet wird. Im vergangenen Jahr wurden in dieser Werkstatt 420 000 Autos für die Straße ausgerüstet, fast 1 200 pro Tag. Die Arbeitspalette reicht von der Reinigung über Reparaturen bis hin zu Umrüstungen - beispielsweise wenn Sonderausstattungen gewünscht sind. Und die BLG hat noch mehr vor. Bis 2012 sollen rund 225 Mill. Euro in den Autobereich investiert sein, ein Großteil in Bremerhaven. 150 Arbeitsplätze sollen entstehen. Das Autoterminal entwickelt sich so weiter zu einem Job-Motor, der schon jetzt dazu beigetragen hat, dass die Automobilwirtschaft in Bremen und Bremerhaven als Zukunftsbranche gehandelt wird. So sieht es auch Wirtschaftssenator Ralf Nagel. Er erkennt in ihr einen der "wichtigsten wirtschaftlichen Eckpfeiler".

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