Autokonzerne
Wiedeking und der emotionale Macht-Wechsel

Nach dem Aus für Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im Machtkampf mit Volkswagen zeichnet sich die künftige Rolle Katars ab. Der Porsche-Aufsichtsrat hat sich für einen Einstieg des Golfemirats ausgesprochen. Und auch an Volkswagen soll sich Katar beteiligen.

HB STUTTGART/WOLFSBURG. Das Emirat wird neuer Großaktionär bei Volkswagen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff rechnet damit, dass Katar in Zukunft 17 Prozent an Volkswagen halten wird. Das sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Stuttgart nach einer VW-Aufsichtsratsitzung. Katar wolle die Aktienoptionen, die Porsche an VW hält, erwerben. Auch VW-Chef Martin Winterkorn sagte, der Weg für integrierten Konzern VW/Porsche sei frei Der Anteil Katars an Volkswagen soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Dpa nach der Verschmelzung von Porsche mit VW auf 19 Prozent erhöht werden. Katar gelangt an die VW-Beteiligung durch den Kauf von Aktienoptionen, die derzeit noch Porsche hält. Katar räumt Porsche laut Dpa zudem einen Kredit in Höhe von 750 Mio. Euro ein, damit der Stuttgarter Sportwagenbauer einen VW-Kredit in gleicher Höhe zurückzahlen kann.

Katar soll sich 2011 unmittelbar vor der Verschmelzung noch einmal mit bis zu zehn Prozent an der Porsche Holding beteiligen, um nach der Verschmelzung den VW-Anteil von 17 Prozent auf 19 Prozent zu erhöhen. Dann würden die Familien Porsche und Piëch unter 50 Prozent an Volkswagen halten, das Land Niedersachsen knapp über 20 Prozent und Katar 19 Prozent, hieß es in Bankenkreisen.

Katar bezahle für die VW-Optionen von Porsche fünf Mrd. Euro. Das Geld fließe an Banken. Porsche hatte sich bei den beteiligten Banken zwar Optionen auf VW-Aktien gesichert, diese aber angesichts der enorm hohen Verschuldung nicht wie geplant in Aktien umwandeln können. Für Porsche verringerten sich aber mit dem Verkauf der Optionen an Katar die Verpflichtungen. Das Emirat Katar habe den Schwerpunkt darauf gelegen, sich an einem integrierten VW/Porsche-Konzern zu beteiligen, hieß es.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hält Volkswagen im Tauziehen mit Porsche um die Macht in dem neuen Konzern an seinen Plänen für eine Beteiligung an dem Sportwagenbauer fest. "Es bleibt dabei, dass sich VW an der Porsche AG beteiligen wird", sagte ein Person aus dem Umfeld des Wolfsburger Autobauers am Donnerstag am Rande der VW-Aufsichtsratssitzung in Stuttgart. Das Kontrollgremium solle einen Auftrag zur Erarbeitung eines Fahrplanes für den integrierten Autokonzern erteilen.

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