Autokrise
Volkswagen sucht verzweifelt neue Modelle

Die Autokrise erwischt Volkswagens Nutzfahrzeugtochter schwer. Um den Branchenprimus Toyota wie geplant bis zum Jahr 2018 vom Autothron zu stoßen, muss aber vor allem diese Sparte deutlich wachsen. Dazu fehlt es derzeit allerdings an neuen Produkten.
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HAMBURG. Die VW-Spitze um Konzernchef Martin Winterkorn hat im kommenden Jahr zusätzlich zur Integration des Sportwagenbauers Porsche weitere knifflige Aufgaben zu lösen. Während der monatelangen Übernahmeschlacht mit Großaktionär Porsche sind eine Reihe von wichtigen Fragen im Autokonzern unbeantwortet geblieben. "Da müssen wir jetzt dringend ran", heißt es in der VW-Führung.

Das Management müsse aufpassen, sich bei all den strategischen Baustellen im neuen Autokonzern ausreichend dem operativen Geschäft widmen zu können, mahnt Branchenkenner Frank Schwope, Automobilanalyst bei der NordLB.

Während für das Wolfsburger Stammwerk im Jahr 2010 weitere Sonderschichten angesetzt sind, droht den beiden anderen Werken der Volkswagen AG in Hannover (rund 13 000 Beschäftigte) und Emden (rund 8 000 Mitarbeiter) mangelnde Auslastung. Winterkorn und der VW-Betriebsrat sind deshalb bemüht, neue Produkte für die beiden Standorte zu finden.

Um den Branchenprimus Toyota wie geplant bis zum Jahr 2018 vom Autothron zu stoßen, muss vor allem Volkswagens Nutzfahrzeugsparte deutlich wachsen. Die Japaner dürften in diesem Jahr rund 7,5 Mio. Fahrzeuge absetzen, die Deutschen knapp 6,2 Mio. Stück. Toyota verkaufte zuletzt pro Jahr rund zwei Mio. Kleinbusse, Pick-up-Modelle und Transporter. VW setzte im vergangenen Jahr rund eine halbe Million Nutzfahrzeuge ab, darunter mehr als 50 000 schwere Lkw aus Brasilien. Das Brasilien-Geschäft wurde inzwischen an MAN verkauft. An leichten Nutzfahrzeugen produzierte VW 2008 knapp 420 000 Stück. Ohne zusätzliche Modelle sei das Ziel, den Absatz von Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2018 auf 750 000 Stück zu erhöhen, nicht zu erreichen, heißt es in Kreisen des VW-Aufsichtsrates.

Die Autokrise erwischt Volkswagens Nutzfahrzeugtochter VWN, die im vergangenen Jahr fast zehn Mrd. Euro zum VW-Umsatz von 114 Mrd. Euro beigetragen hat, schwer. Absatz, Umsatz und Ertrag sinken. Der Verkauf der in Hannover gebauten hochwertigen Busse und Transporter, die viele Geschäftskunden fahren, leidet unter den Sparzwängen der Firmen. Von Januar bis November schrumpfe das Segment leichter Nutzfahrzeuge europaweit um ein Drittel. Der Nutzfahrzeugsparte fehlten neue Produkte, heißt es in den Aufsichtsratskreisen.

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