Automobilbranche
BMW bastelt an Bank-Lizenz

Der BMW-Konzern strebt eine eigene Vollbanklizenz für seine Finanztochter an. Das verlautete aus Unternehmenskreisen. Ziel ist es, der Finanztochter Zugang zu Zentralbankgeld zu verschaffen, wie ihn Geschäftsbanken haben. Damit würden die Refinanzierungskosten für das Unternehmen deutlich sinken.

MÜNCHEN. Obwohl die BMW-Finanztochter die volle Palette der Finanzdienstleistungen anbietet, fehlt die Vollbanklizenz, die bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beantragt werden muss. Bislang war das Fehlen einer Banklizenz kaum ein Problem, da BMW seinen Finanzbedarf vor der Finanzkrise ohne Probleme am Kapitalmarkt decken konnte. Doch seit einigen Monaten, wird die Kapitalbeschaffung immer teurer. BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner prüft daher seit Monaten den Umbau der Finanzsparte.

Verworfen wurde bereits eine Partnerschaft mit der Finanzsparte des Erzrivalen Daimler. Auch mit anderen Geldhäusern sei keine Zusammenarbeit geplant. BMW hält sich ebenso wie Daimler offen, unter den staatlichen Banken-Rettungsschirm Soffin zu schlüpfen. Bislang hat die VW Bank vom Soffin Garantien für Schuldtitel über zwei Mrd. Euro erhalten. BMW und Daimler argwöhnen Wettbewerbsverzerrung.

Die Refinanzierungskosten sind für die Autohersteller ein großes Problem geworden. Sowohl Daimler als auch BMW müssen pro Jahr über 20 Mrd. Euro an den Kapitalmärkten refinanzieren, um beispielsweise ihre Geschäfte mit Leasingkunden zu unterfüttern. Zwar liegen die Zinsen für Zentralbankgeld derzeit historisch niedrig bei rund einem Prozent, doch ohne Vollbanklizenz sind die Autobanken von diesen Konditionen ausgeschlossen.

So begaben sowohl Daimler als auch BMW zu Beginn des Jahres Anleihen zu Zinssätzen um acht Prozent. Bis zu 5,4 Prozent boten sie für Tagesgeld von Privatanlegern. Doch sowohl BMW als auch Daimler stoppten die Aktion, nachdem der Kundenansturm Überhand nahm. Mittlerweile haben beide ihre Angebote deutlich zurückgenommen.

Ohne funktionierende Autobanken kommen die Autohersteller kaum aus ihrer Talfahrt heraus, der überwiegende Teil der Geschäftswagen wird geleast oder auf Kredit gekauft. Der Markt ist seit Jahresbeginn abgestürzt: BMW hat im ersten Quartal rund ein Viertel seines Absatzes eingebüßt.

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