Automobilbranche
Renault muss wegen Selbstmord vor Gericht

In Frankreich ist eine Debatte entbrannt, ob eine Serie von Selbstmorden in Verbindung steht mit ansteigendem Arbeitsdruck. Die Witwe eines Renault-Mitarbeiters, der 2006 Selbstmord beging, verklagt nun den Autohersteller. Sylvie S. hält den Konzern für verantwortlich und prangert ein "Management des Terrors" an.

PARIS. Die Witwe eines Renault-Angestellten, der 2006 Selbstmord beging, hat den Autohersteller verklagt. Die Klägerin will vor Gericht erreichen, dass Renault verantwortlich für den Freitod ihres Mannes erklärt wird - die Richter sollen den Autokonzern verpflichten, einen "unentschuldbaren Fehler" einzugestehen.

Der Klägerin Sylvie T. geht es nicht in erste Linie um Geld: Sie verlangt nur einen symbolischen Euro als Schadenersatz, zudem müsste bei Erfolg der Klage Renault und nicht mehr die Sozialkasse die Rente der Witwe zahlen. Vorrangig geht es ihr um das Eingeständnis, dass Renault zu viel Druck auf Mitarbeiter ausübe. Nach Angaben eines Renault-Sprechers stehen auch für das Unternehmen weniger finanzielle Fragen auf dem Spiel, als Renaults guter Ruf.

Das Thema "Stress auf der Arbeit" und damit möglicherweise verbundenen Selbstmorde haben in Frankreich eine landesweite Debatte ausgelöst. Nach einer Selbstmord-Serie in Renaults-Entwicklungszentrum Technocentre 2006 und 2007 macht nun seit vielen Wochen eine Reihe von Selbstmorden bei France Télécom Schlagzeilen. Vergangene Woche hat sich der 25. Mitarbeiter in 20 Monaten das Leben genommen und in einem Brief seine Tat mit der Situation auf der Arbeit erklärt.

Vor zehn Tagen hat Arbeitsminister Xavier Darcos einen "Notplan" vorgestellt; darin fordert er alle Unternehmen mit mehr als 1 000 Mitarbeitern auf, mit den Arbeitnehmer-Vertretern Verhandlungen über den Abbau von Stress auf der Arbeit aufzunehmen.

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