Automobilkrise
Conti droht Kurzarbeit

Als Konsequenz auf die Produktionseinschränkungen der Autobauer will der Zulieferer Continental mit Kurzarbeit reagieren. Konzernsprecherin Antje Lewe sagte am Samstag: "In den nächsten Wochen schauen wir uns jeden Standort einzeln an." Wieviel der bundesweit 50 000 Mitarbeiter betroffen sein werden, sei noch nicht abzuschätzen.

HB FRANKFURT. Lewen bestätigte damit einen Vorabbericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Conti baue Stellen für Leiharbeiter ab, verlängere Betriebsferien und baue Urlaubs- und Zeitkonten der Mitarbeiter ab. Jetzt habe der Konzern festgestellt, dass dies an einigen Standorten nicht ausreiche. Deswegen werde Kurzarbeit beantragt, schrieb die Zeitung.

Die Kurzarbeit könne von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen reichen, bestätigte Lewen den Zeitungsbericht weiter. Conti hatte zuletzt immer wieder erklärt, seine Produktion weltweit an die der Automobilhersteller anpassen zu wollen. Der Zulieferer beschäftigt weltweit 146 000 Mitarbeiter.

Mit Infineon will auch ein weiterer Dax-Konzern sein Sparprogramm verschärfen. Ein Sprecher des Münchener Halbleiterherstellers bestätigte am Samstag einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach Infineon die Kosten um deutlich mehr als die bisher angepeilten 200 Mio. Euro senken wolle. Zwar sei kein weiterer Arbeitsplatzabbau geplant, doch verhandele das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern über Kurzarbeit. Einzelheiten wollte der Sprecher nicht nennen. Firmenchef Peter Bauer will sich auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch zur Lage des Unternehmens äußern. Wegen schrumpfender Chip-Preise und der Krise in der Autoindustrie tritt der Konzern seit vier Monaten auf die Kostenbremse.

Bauer hatte im Juli angekündigt, weltweit 3000 von 30 000 Stellen zu streichen. Deutschland ist davon überproportional betroffen. Hierzulande sollen bis zum Jahresende 2000 Stellen und damit jeder fünfte Arbeitsplatz wegfallen. Der Konzern hat allein in seinem dritten Geschäftsquartal (April bis Juni) einen Verlust von 592 Mio. Euro erwirtschaftet, der vor allem auf die tief in der Krise steckende Speicherchip-Tochter Qimonda und Einbußen im Geschäft mit Handy-Chips zurückzuführen ist. Für das vierte Quartal erwarten Analysten auch für das Kerngeschäft ohne Qimonda Verluste.

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