Automobilmarkt
Allianz mit Opel: Fiat ziert sich

Angeblich hat Fiat Interesse an Opel. Zeitungen in den USA und Italien melden dies; Fiat-Verwaltungsratschef Luca de Montezemolo sagt hingegen, da sei nichts dran. Im Hintergrund spielt nicht nur der Opel-Mutterkonzern General Motors eine Rolle, sondern auch Verflechtungen mit Chrysler.

HB DETROIT/ROM. Nach der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" hat jetzt auch das Branchenmagazin "Automotive News" geschrieben, der italienische Autobauer sei an Opel interessiert und habe deshalb bereits erste Gespräche mit dem Mutterkonzern General Motors (GM) geführt. Fiat könnte mit den Töchtern des US-Autobauers in Europa und in Lateinamerika eine Allianz eingehen. Eine Verbindung mit der deutschen GM-Tochter werde zusätzlich und nicht als Alternative zu einer Zusammenarbeit mit Chrysler erwogen, berichtete das Magazin am Freitag unter Berufung auf Kreise.

Die angedachte Partnerschaft würde dem Bericht zufolge die insolvente schwedische GM-Tochter Saab nicht mit einschließen. Für sie sucht General Motors derzeit einen Käufer. Ein großes Bündnis aus Fiat, den GM-Geschäften in Europa und Lateinamerika sowie mit Chrysler wäre dem Magazin zufolge zuletzt weltweit auf Platz zwei beim Autoabsatz gekommen. Im vergangenen Jahr haben diese Hersteller demnach zusammen 7,05 Millionen Autos verkauft - nur der Branchenprimus Toyota aus Japan setzte noch mehr ab.

Fiat äußerte sich nicht zu dem Bericht. Luca de Montezemolo hatte indes am Freitag bereits den ähnlich lautenden Bericht der "Corriere della Sera" zurückgewiesen. Danach sehe Fiat eine Allianz mit Opel als Alternative zu Chrysler. Montezemolo kommentierte die Meldung abweisend: "Darüber wurde in den Zeitungen geschrieben? Nein, Nein!". Fiat hatte allerdings zuletzt damit gedroht, die Allianz mit dem amerikanischen GM-Rivalen Chrysler platzen zu lassen, sollten die Gewerkschaften in den USA und Kanada keine deutlichen Kostensenkungen akzeptieren.

Ein GM-Sprecher wollte den Bericht zur Allianz mit Fiat nicht kommentieren. GM führe aber grundsätzlich regelmäßig mit anderen Herstellern Gespräche über Themen mit beiderseitigem Interesse, sagte er. Laut GM haben eine Reihe von Investoren Interesse an Opel bekundet. Die US-Mutter habe Verbindung mit mehr als einem halben Dutzend potenzieller Käufer mit ernsthaftem Interesse aufgenommen, sagte GM-Chef Fritz Henderson. Namen nannte er aber nicht. Unter den "ernsthaften Interessenten" seien Finanzinvestoren und Branchenvertreter. Sie bekämen nun vertraulichen Einblick in die Bücher.

Opel will sich nach bisherigen Plänen mit Hilfe von Investoren als eigenständige europäische Aktiengesellschaft weitgehend von der Mutter abkoppeln. An der neuen Gesellschaft soll GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten. Zu den potenziellen Interessenten gehören früheren Berichten zufolge auch Staatsfonds aus der asiatischen und arabischen Welt.

General Motors und Fiat waren schon einmal Partner. GM hatte sich vor neun Jahren zunächst an Fiat beteiligt mit einer später möglichen kompletten Übernahme. Anfang 2005 stieg GM aber gegen eine Milliardenzahlung wieder aus der Allianz aus.

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