Autozulieferer
China-Flaute dämpft bei Mahle die Zuversicht

Wegen der Einbrüche auf dem chinesischen Automarkt rechnet auch der deutsche Zulieferer Mahle mit deutlichen Umsatzrückgängen. Der Konzern hatte zuletzt vor allem durch Übernahmen seinen Umsatz fast verdoppelt.

StuttgartDer Zulieferer Mahle rechnet in China angesichts des Einbruchs auf dem Automarkt mit deutlichen Bremsspuren in diesem Jahr. Der Umsatz dort werde im zweiten Halbjahr 2015 stark zurückgehen und den kräftigen Zuwachs der ersten Jahreshälfte zunichte machen, erklärte der neue Mahle-Chef Wolf-Henning Scheider am Montag in Stuttgart.

In den ersten sechs Monaten hatte der Produzent von Kolben, Luftfiltern oder Elektromotoren den Erlös auf dem weltgrößten Automarkt noch um 26 Prozent auf 521 Millionen Euro gesteigert. Scheider rechnet wegen der Flaute im Gesamtjahr mit einem stagnierenden Umsatz im Reich der Mitte.

Mahle beliefert westliche wie chinesische Autobauer in China mit Motorkomponenten und Kühltechnik. Das Geschäft in der Volksrepublik bereitet vielen westlichen Herstellern zunehmend Sorgen. Im Juli waren die Verkaufszahlen dort den vierten Monat in Folge gesunken - das ist die längste Schwächephase seit mindestens fünf Jahren.

Der China-Effekt wird das weltweite Wachstum aus eigener Kraft bei Mahle, dem viertgrößten deutschen Autozulieferer, Scheider zufolge im zweiten Halbjahr um einige Zehntel Prozent dämpfen. Von Januar bis Juni legte der Umsatz um 12,5 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu. Aber nur 2,3 Prozent Umsatzplus brachte das angestammte Geschäft ein, während fast acht Prozent von der Euro-Schwäche und gut zwei Prozent von zugekauften Firmen herrührten, die erstmals eingerechnet wurden.

In der zweiten Jahreshälfte werden dann die beiden großen Zukäufe Delphi-Klimatechnik aus den USA, und der japanische Elektromotor-Hersteller Kokusan Denki in der Mahle-Bilanz erfasst. In diesem Jahr rechnet Scheider, der vor seinem Einstieg bei Mahle im Juli die Kfz-Sparte von Bosch führte, mit einem Umsatzanstieg um 15 Prozent auf rund 11,5 Milliarden Euro.

Die große Einkaufstour sei vorerst beendet, erklärte Scheider. In den vergangenen fünf Jahren hat der nicht-börsennotierte Stiftungskonzern seinen Umsatz vor allem durch Übernahmen, etwa auch des ebenfalls in Stuttgart sitzenden Kühl- und Klimaspezialisten Behr, fast verdoppelt. „Nach den Zukäufen liegt unser Hauptaugenmerk auf der Integration“, sagte Scheider. Das schließe kleinere Übernahmen von Firmen mit einem Umsatz in zweistelliger Millionenhöhe nicht aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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