Autozulieferer
Eberspächer rechnet mit magerem Jahr

Zwar soll der Umsatz im laufenden Jahr um bis zu zehn Prozent steigen. Wegen der hohen Investitionen ist die Umsatzrendite von 2011 aber nicht in Sicht. Aufwärts gehen soll es dann wieder im kommenden Jahr.
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StuttgartDer Autozulieferer Eberspächer drosselt nach dem jüngsten Renditesprung das Tempo und stellt sich wegen hoher Investitionen auf ein mageres Jahr ein. Der Umsatz werde zwar 2012 bis zu zehn Prozent höher als der Vorjahreserlös von knapp 2,6 Milliarden Euro ausfallen, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter des auf Abgas- und Klimatechnik spezialisierten Zulieferers, Martin Peters, am Montag in Esslingen. Die 2011 auf 2,9 (Vorjahr: 1,8) Prozent gestiegene Umsatzrendite nach Steuern werde das Familienunternehmen aber nicht wieder erreichen. Der Überschuss könne sogar unter den Vorjahreswert von 76,3 Millionen Euro sinken.

Denn Eberspächer muss im Zuge schärferer Abgasnormen in Nordamerika und Europa hohe Kosten für den Ausbau seines weltweiten Produktionsnetzes schultern. Auch die zuletzt bei 120 Millionen Euro liegenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung blieben in den kommenden Jahren hoch oder stiegen sogar noch an, sagte Peters voraus.

Auszahlen soll sich der Ausbau der Produktion in Nordamerika, Russland, China sowie im sächsischen Wilsdruff ab 2013. Angetrieben von neuen Aufträgen werde der Umsatz und auch das Ergebnis dann deutlich zulegen. Denn die künftig vorgeschriebenen Abgasreinigungsanlagen für Lkw, die Eberspächer an die Fahrzeughersteller liefert, sind nach Unternehmensangaben 15- bis 20-mal teurer als bisher. Damit steigt die Wertschöpfung bei dem 1865 gegründeten Zulieferer. Die Finanzierung sei bis Mitte 2016 gesichert, sagte Manager Peters. Auch über den Bau eines Entwicklungszentrums im wachstumsstarken Asien denke Eberspächer nach, da auch die Autohersteller dort ihre Produktionskapazitäten verstärkten.

Vorsichtig stimmt Eberspächer derzeit die Abschwächung der Nachfrage, insbesondere bei Nutzfahrzeugen, im laufenden zweiten Quartal. Wenn sich dieser Trend fortsetze, könne der Umsatz im laufenden Jahr sogar stagnieren. Verdauen muss der Konzern ab Mai auch die kräftige Erhöhung der Löhne und Gehälter seiner rund 6300 Beschäftigten, die die IG Metall herausgehandelt hat. Diese Tariferhöhung schlage mit drei bis vier Millionen Euro zu Buche, rechnete Manager Peters vor. "Der Tarifabschluss entspricht sicher der stabilen Situation der letzten 18 Monate, ist aber auch eine Hypothek auf die Zukunft", sagte der studierte Betriebswirt. Einem Teil seiner Leiharbeiter zahlte Eberspächer im vergangenen Jahr freiwillig einen höheren Stundenlohn, da die Löhne der Verleihfirma mit gut acht Euro zu gering gewesen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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