Autozulieferer
Hella lotet Börsengang aus

Der westfälische Autozulieferer Hella bereitet offenbar einen Börsengang vor. Momentan sucht das Familienunternehmen nach Investoren, die bereit wären, Aktien von Hella zu kaufen. Die Emission soll im Herbst stattfinden.
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FrankfurtDer westfälische Autozulieferer Hella bereitet Finanzkreisen zufolge einen Börsengang vor. Das Familienunternehmen lasse derzeit ausloten, ob Investoren bereit wären, Aktien der Hella KGaA Hueck & Co zu kaufen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Beraten werde der Scheinwerfer-Hersteller dabei vom Bankhaus Lampe. Stattfinden könnte die Emission im Herbst. Das Umfeld für Börsengänge gilt in Deutschland derzeit als gut, viele Investoren sind für Neuemissionen offen.

Im Geschäftsjahr 2012/13 (Ende Mai) hatte Hella mit 29.000 Mitarbeitern fünf Milliarden Euro umgesetzt, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn ging aber um zehn Prozent auf 207 Millionen Euro zurück. In den ersten drei Quartalen 2013/14 stieg der Umsatz um zwölf Prozent auf 3,94 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebitda) sogar um ein Viertel.

Ein Hella-Sprecher betonte, es gebe keine konkreten Pläne für einen Börsengang. „Das ist eine Option, die wir immer wieder prüfen“, sagte er nur. Hella solle aber ein Familienunternehmen bleiben. Dem Gesellschafterkreis gehören mehr als 60 Mitglieder an. Finanzkreisen zufolge hatte der Konzern aus Lippstadt schon 2013 einen Gang an die Börse sondiert, sich dann aber zunächst dagegen entschieden. Nun würden die Vorbereitungen konkreter. Lampe wollte sich dazu nicht äußern.

Das Unternehmen ist schon mit drei Anleihen im Volumen von insgesamt 1,1 Milliarden Euro am Kapitalmarkt vertreten und veröffentlicht daher bereits Quartalsberichte. Die jüngste, 300 Millionen Euro schwere Anleihe stammt vom Februar, die älteste im gleichen Volumen läuft im Oktober aus. Finanzchef Wolfgang Ollig hatte der „Börsen-Zeitung“ im Mai gesagt: „Eine weitere Öffnung gegenüber dem Kapitalmarkt ist keinesfalls ein Tabuthema.“

Die „WirtschaftsWoche“ hatte unter Berufung auf Frankfurter Börsenkreise berichtet, ein Börsengang stehe unmittelbar bevor. Dabei wollten sich einige Familienmitglieder von ihren Anteilen trennen, über eine Kapitalerhöhung solle auch Hella selbst Geld für die internationale Wachstumsstrategie zufließen. Der Hella-Sprecher sagte dazu: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel investiert. Aber wir sind sehr gut mit Eigenkapital ausgestattet.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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