Autozulieferer
Karmann-Mitarbeiter bekommen keine Abfindung

Auch nach der Schlichtung im Streit um einen Sozialplan beim Cabrio-Spezialisten Karmann müssen die Mitarbeiter zunächst auf eine reguläre Abfindung verzichten. Nun gibt es nur noch eine Chance.

HB OSNABRÜCK. Noch bestehe die Hoffnung, Zahlungen aus einem noch offenen Rechtsstreit mit dem amerikanischen Autobauer Chrysler für Abfindungen zu verwenden, teilten Betriebsrat und IG Metall am Montag in Osnabrück mit. Ob diese Mittel aber tatsächlich fließen, könne nicht vorhergesagt werden, machte Betriebsratschef Wolfram Smolinski in einer Stellungnahme deutlich.

Die wirtschaftliche Lage habe keine Abfindungen zugelassen. Ein Unternehmen dürfe durch solche Zahlungen nicht in seiner Existenz gefährdet werden, sagte der Osnabrücker IG-Metall-Bevollmächtigte Hartmut Riemann. Die Rechtsprechung sei in dieser Frage eindeutig. Die Gesellschafter hätten erneut deutlich gemacht, dass sie nicht bereit seien, Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach Gewerkschaftsangaben würden Abfindungen das Unternehmen rund 50 Mio. Euro kosten.

Betriebsratschef Smolinski sprach von einem "Diktat", dem sich die Arbeitnehmer hätten beugen müssen. "Dieser Sozialplan ist sicherlich kein Erfolg", sagte er. Bei früheren Entlassungswellen hatte Karmann stets Abfindungen gezahlt.

Von den 3315 Beschäftigten sollen 1340 eine betriebsbedingte Kündigung erhalten. Mangels neuer Aufträge läuft die Fahrzeugproduktion auch in Osnabrück Ende Mai aus. Künftig will sich das Unternehmen auf die Geschäftsfelder Fahrzeugentwicklung und Dachsysteme spezialisieren. Bis Mitte April soll auch die Zukunft des Werkzeugbaus geklärt sein. Für diese Sparte sucht Karmann Käufer. Sollte sich kein Investor finden, droht der Verlust von weiteren 250 von 700 Stellen in dem Segment. Auch das Gesamtunternehmen steht zum Verkauf.

Bei dem Rechtsstreit mit Chrysler geht es um das Auslaufen des Modells Crossfire im Jahr 2007, das bei Karmann gebaut wurde. Der Hersteller soll sich nicht vertragsgerecht verhalten haben. Eine Entscheidung wird im laufenden Jahr erwartet. Allerdings hängt Chrysler wie der Opel-Mutterkonzern General Motors am Geld-Tropf der amerikanischen Regierung und kämpft um sein Überleben.

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