Autozulieferer verhandelt mit „Finanzpartnern“
Visteon-Mitarbeiter sorgen sich um ihre Zukunft

In einer Betriebsversammlung haben am Dienstag rund 1000 Beschäftigte des US-Autozulieferers Visteon über die Zukunft des Unternehmens Klarheit gefordert.

HB KERPEN. Die IG Metall sprach von einem „Meeting mit Demonstrationscharakter“. Es soll Pläne für einen Verkauf der Werke in Düren und Wülfrath geben, teilte der Betriebsrat in der Europa-Zentrale in Kerpen bei Köln mit. Die ehemalige Ford-Tochter Visteon bestätigte Verhandlungen mit „Finanzpartnern“. In Düren und Wülfrath arbeiten laut Betriebsrat insgesamt rund 1400 Menschen. In ganz Deutschland beschäftigt Visteon 2 800 Mitarbeiter.

„Visteon setzt weltweit einen Dreijahresplan zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit um. Der Plan beinhaltet Maßnahmen zur Sanierung und Effizienzsteigerung sowie Strategien für langfristiges Wachstum“, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. Visteon habe Finanzpartner damit beauftragt, das Unternehmen bei der Entwicklung von Sanierungsmöglichkeiten für seine nicht-strategischen Standorte zu unterstützen. Die Verhandlungen seien vertraulich. „Der Zeitrahmen der Umsetzung hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.“

Zuletzt hatte es auch Medienspekulationen über angebliche Pläne zu einem Gesamtverkauf gegeben, zu denen eine Sprecherin auf Anfrage keine Stellung nahm. „Es kursieren derzeit zahlreiche Spekulationen über mögliche Ergebnisse und damit entsteht eine große Verunsicherung bei unseren Mitarbeitern“, so Visteon. Gemeinsam mit den Mitarbeitern und den Arbeitnehmervertretern werde eine zukunftsfähige, langfristige Lösung angestrebt.

Am Dienstagmorgen waren nach Betriebsratsangaben rund 500 Beschäftigte der Werke Düren und Wülfrath kurzfristig in die Zentrale nach Kerpen gereist, wo die Konzernführung aus den USA vertreten gewesen sei. „Die Mitarbeiterversammlung, die in Kerpen von Seiten der Geschäftsführung für die dortigen Mitarbeiter geplant war, haben die Beschäftigten aus Düren und Wülfrath genutzt, um deutlich zu machen, dass sie um ihre Zukunft kämpfen“, sagte Norbert Schmitz, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Visteon Deutschland GmbH.

Die Visteon Corporation ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobilindustrie. Mit Unternehmenszentralen in Van Buren Township (Michigan/USA), Shanghai (China) und Kerpen (Deutschland) ist Visteon weltweit aufgestellt und verfügt über 170 Niederlassungen in 24 Ländern mit rund 47 000 Mitarbeitern.

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