Autozulieferer
ZF Friedrichshafen steht vor Wachstumsschub

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen will sich künftig stärker auf die Elektronik fokussieren. Im Handelsblatt-Gespräch verrät Vorstandschef Stefan Sommer die Eckpfeiler seiner Wachstumsstrategie.
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FriedrichshafenDer seit Mai amtierende neue Vorstandschef von ZF Friedrichshafen Stefan Sommer arbeitet an einer neuen Strategie für den drittgrößten deutschen Automobilzulieferer.  "Es ist mein größtes Projekt ZF eine langfristige Strategie zu geben, an deren Leitplanken sich das ganze Unternehmen bis 2025 entwickeln soll", sagte der 49-Jährige Manager im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Masterplan für den Getriebe- und Fahrwerksspezialisten soll erst Ende nächsten Jahres bekannt gegeben werden. "Aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass die Elektronik eine wachsende und stärkere Bedeutung bekommen wird. Und wir werden eine modernere und offenere Führungsstruktur bekommen", kündigte Sommer an.

Im aktuellen Geschäftsjahr peilt das Unternehmen in Stiftungsbesitz den geplanten Umsatz von 17 Milliarden Euro Umsatz an. "Per Ende Oktober haben  wir um 15 Prozent zugelegt", sagte Sommer. Zum Jahresende ist er vorsichtig und rechnet mit einem Plus zwischen 12 und 15 Prozent. "Einige unserer Kunden haben Schließtage gemeldet. Manche machen über Weihnachten  sogar drei Wochen Pause", sagte Sommer. Die Rendite des Vorjahres vor Steuern von 5,5 Prozent werde  nicht erreicht. Als Begründung nannte Sommer die Polarisierung des Marktes.

Während die Nachfrage nach dem 8-Gang-Automatgetriebe überproportional wachse und Überstundenzuschläge gezahlt werden müssten, würden auf der anderen Seite in Europa manche Märkte einbrechen und Kapazitäten nicht ausgelastet. Beides koste Geld.

Im kommenden beiden Jahren erwartet ZF im Kerngeschäft dank bereits gewonnener Kundenaufträge einen Wachstumsschub. "Dann wird unser neues Getriebewerk in den USA voll laufen. Wir sind besonders stolz, dass wir im Abschwung strukturell zulegen können ", betonte Sommer. ZF ist hinter Bosch und Continental der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer und liegt auch weltweit unter den Top Ten.

Etwas Sorgen bereitet der Einstieg in die Windkraft. ZF hatte über 600 Millionen Euro in den Kauf von Hansen und den Bau eines eigenen Werkes in den USA  für Windkraftgetriebe investiert.  "Wenn es in den USA keine Subventionen mehr für Windkraft gibt,  müssen wir uns anders positionieren und vielleicht auf den südamerikanischen Markt ausweichen", sagte Sommer. Einem Ausstieg aus der Windkraft erteilte der ehemalige Conti-Manager dennoch eine Absage: "Wir bleiben dran. Der Weg wird lang und steinig werden. Aber wir sind motiviert, ihn zu gehen."

 

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Ich durfte ZF Friedrichshafen als sehr faires und sozial engagiertes Unternehmen kennenlernen. Einer der Hauptgründe dürfte wohl sein, dass das Unternehmen zu hundert Prozent im Stiftungsbesitz ist. Ich hoffe ZF hält seinene Kurs und wünsche alles Gute für die Zukunft!

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